Mittwoch, 13. November 2019

Google-Mutter hinter Gewinn-Erwartungen Alphabet-Aktie bleibt hinter Microsoft und Facebook zurück

Die Mutter Alphabet ist stark von der Tochter Google abhängig und hat auf verschiedenen Baustellen zu kämpfen
Pawel Kopczynski / Reuters
Die Mutter Alphabet ist stark von der Tochter Google abhängig und hat auf verschiedenen Baustellen zu kämpfen

Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat im vergangenen Quartal sein Geschäft deutlich ausgebaut, aber wegen steigender Kosten weniger verdient. Der Alphabet-Umsatz stieg im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 40,5 Milliarden Dollar, während der Gewinn von 9,2 auf knapp 7,1 Milliarden Dollar zurückging. Analysten hatten 8,8 Milliarden Dollar erwartet.

Die Alphabet-Aktie Börsen-Chart zeigen gab im nachbörslichen Handel um 1,40 Prozent nach. Analysten hatten mit über 12 Dollar Gewinn pro Aktie gerechnet, tatsächlich kamen gut 10 Dollar heraus. Im Vergleich zu anderen multinationalen Konzernen rund ums Internet schneidet Alphabet an der Börse schlecht ab. Während das Papier der Google-Mutter in den vergangenen zwölf Monaten um 17 Prozent zulegte, verzeichnete etwa Microsoft Börsen-Chart zeigen ein Plus von 33 Prozent, bei Facebook Börsen-Chart zeigen waren es 29 Prozent.

Kurz vor der Zahlenvorlage sorgte auch ein Bericht über Übernahmepläne von Alphabet für Aufsehen. Die Google-Mutter wolle den Fitnessband-Pionier Fitbit kaufen, berichtete unter anderem der US-Fernsehsender CNBC. Angaben zum Preis gab es zunächst nicht. Die Fitbit-Aktie schloss mit einem Plus von rund 30 Prozent.

Google Börsen-Chart zeigen hat in der Vergangenheit versucht, sein Cloud-Geschäft als schwunghaft darzustellen und Pläne zur Einstellung Tausender Mitarbeiter in der Sparte vorgestellt. Zudem versuchte Alphabet Sorgen zu zerstreuen, die Video-Tochter YouTube durchlaufe eine Schwächephase. Der Glaube an die Kraft des Konzern sollte auch durch den Rückkauf von Aktien gestärkt werden.

Die Regulierer im Nacken und von einzelnen Kunden abgeschnitten

Zudem ringt der Internetgigant mit staatlichen Regulierern. So werden die Wettbewerbspraktiken von Alphabet derzeit vom US-Kongress und Justizministerium untersucht. Dabei dürfte das aktuell fortgesetzt robuste Wachstum der Werbeerlöse die Kartellwächter in Washington sowie die Staatsanwälte von 50 US-Bundesstaaten interessieren.

Auf Google lastet auch der Bann der US-Regierung gegen den chinesischen Netzwerk-Ausrüster Huawei. Die Chinesen sind ein wichtiger Abnehmer von Software für Smartphones.

Vor allem Google verdient für Alphabet das Geld

Nach wie vor war es mit einem Umsatz von knapp 34 Milliarden Dollar (plus 17 Prozent) vor allem das Werbegeschäft von Google, das bei Alphabet das Geld reinholt. Andere Google-Erlöse - dazu gehört zum Beispiel das Geschäft mit den Pixel-Smartphones oder vernetzten Lautsprechern - wuchsen zugleich im Jahresvergleich um mehr als 38 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar.

Die anderen Alphabet-Bereiche wie zum Beispiel die Roboterwagen-Firma Waymo oder das Lieferdrohnen-Projekt Wing verschlingen nach wie vor viel Geld bei schmalen Umsätzen. So legten ihre gesammelten Erlöse von 146 auf 155 Millionen Dollar zu. Der operative Verlust weitete sich unterdessen von 727 auf 941 Millionen Dollar aus.

rei/Reuters/dpa

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