Dienstag, 12. November 2019

Allianz investiert in MoneyFarm Allianz steigt bei digitalem Vermögensverwalter ein

Der Allianz-Konzern sucht neue Wachstumsmöglichkeiten in der Fintech- und Insurtech-Branche. Dafür kauft Europas größter Versicherer auch zu
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Der Allianz-Konzern sucht neue Wachstumsmöglichkeiten in der Fintech- und Insurtech-Branche. Dafür kauft Europas größter Versicherer auch zu

Der Allianz-Konzern baut sein Digitalgeschäft weiter aus und steigt beim italienischen Online-Vermögensverwalter "MoneyFarm" ein. Das Unternehmen hat vor allem kleinere Vermögen und Anlagebeträge im Blick.

Die Allianz hat einen Minderheitsanteil an dem italienischen Online-Vermögensverwalter "MoneyFarm" gekauft, berichtet "BusinessInsider" unter Berufung auf das 2011 in Mailand gegründete Fintech-Unternehmen. Zu der Höhe des Anteils und den Preis machte Mitgründer und Vorstandschef Paolo Galvani gegenüber Businessinsider keine Angaben.

Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben aktuell rund 80.000 Kunden - vor allem in Italien und Großbritannien - und biete eine unabhängige Anlageberatung und kostengünstige Verwaltung für vergleichsweise kleine Vermögen über seine Website an. MoneyFarm zählt zu einer Reihe sogenannter "Robo-Berater" in dieser Branche, die die etablierten Banken vor allem über Kampfpreise angreifen.

Ursprung der Geschäftsidee von "MoneyFarm" war laut Galvani die Beobachtung, dass es äußerst schwierig sei, für kleinere Geldbeträge von etwa 10.000 britische Pfund einfache und kostengünstige Investmentlösungen zu finden, erklärt Galvani gegenüber BI. Über eine gemeinsame Konferenz sei der Kontakt und das Beteiligungsinteresse der Allianz erwachsen. In der letzten größeren Finanzierungsrunde im Herbst 2015 nahm MoneyFarm 16 Millionen Euro ein.

Dank des Zusammenspiels kostengünstiger ETF-Fonds und seiner Technologie drücke das Fintech die Kosten für die Anleger erheblich. So habe das Unternehmen die Rendite seiner Portfolien auf bis zu 12 Prozent Rendite im Jahresschnitt der vergangenen drei Jahre schrauben können, wirbt MoneyFarm auf seiner Website.

Nach Einschätzung von Experten steckt Italiens Fintech-Branche im Vergleich zu Deutschland und noch mehr im Vergleich zu Großbritannien oder den USA in den Kinderschuhen - aus Investorensicht könnten Beteiligungen daher interessant sein, weil das Wachstum in der frühen Phase der jungen Unternehmen in der Regel deutlich größer ist, heißt es.

Die Allianz versucht, ihre Präsenz im Bereich von Online-Finanzdienst- und Online-Versicherungsleistungen kontinuierlich auszubauen. Um die eigene digitale Transformationsstrategie voranzutreiben hat Europas größter Versicherer kürzlich "Allianz X" ins Leben gerufen - eine Unternehmenseinheit mit großem Freiraum, die neue Geschäftsmodelle im Bereich Insurtech erkennen und entwickeln soll.

Die Allianz verspricht sich davon Wachstumschancen, Allianz X steht nach Medienberichten jährlich ein zweistelliger Millionenbetrag zur Verfügung. Erst im vergangenen Juni war der Versicherungskonzern bei dem Berliner Start-up "Simplesucrance" eingestiegen. Die Firma hat sich auf Produktversicherungen spezialisiert. Auch andere Versicherer setzen beim Thema Digitalisierung auf Kooperationen mit Fintechs.

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