Samstag, 17. August 2019

Streit mit chinesischen Behörden Sesam schließe dich - Alibaba-Aktie bricht ein

Alibaba-Zentrale bei Hangzhou: Kontroverse um Produktfälschung

Umsatz um 40 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar gesteigert - das reicht nicht, wenn man einer der großen Hoffnungsträger der Wall Street ist. Die Aktie des Onlinehändlers bricht um knapp 10 Prozent ein - ein Streit zwischen Alibaba und den chinesischen Behörden belastet zusätzlich.

Hangzhou - Der chinesische Online-Riese Alibaba hat wegen Investitionen in mobiles Wachstum und hohen Einmalzahlungen einen Gewinnrückgang erwirtschaftet. Der Ertrag sank im dritten Quartal (von Oktober bis Dezember) um 28 Prozent auf 964 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag im ostchinesischen Hangzhou mitteilte. Der Umsatz hingegen kletterte um 40 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro).

Damit verfehlte das im vergangenen Jahr an die Börse gegangene Unternehmen die Erwartungen des Marktes. Aktien von Alibaba Börsen-Chart zeigen verloren im frühen Handel an der Wall Street knapp 10 Prozent an Wert.

Die Vorlage der Geschäftsergebnisse kurz vor dem Handelsauftakt am Aktienmarkt in New York wurde zusätzlich überschattet von einer Kontroverse um schwere Vorwürfe chinesischer Aufsichtsbehörden. Die Staatliche Kommission für Industrie und Handel (SAIC) in Peking hatte am Vortag einen Bericht veröffentlicht, wonach Alibaba nicht genug gegen gefälschte Produkte oder "illegale Geschäfte" auf seinen Handelsplattformen unternehme.

Der Alibaba-Marktplatz Taobao wies die Vorwürfe zurück und unterstellte dem Leiter der SAIC-Untersuchung, Liu Hongliang, eine "unangemessene Vorgehensweise" und "nicht objektive Schlüsse", die rufschädigend seien.

Der Konzern hat in der Volksrepublik einen Marktanteil im Online-Handel von 80 Prozent, expandiert aber ähnlich wie Amazon Börsen-Chart zeigen in neue Geschäftsfelder, etwa Chat- und Kartendienste.

ts/dpa-afx/rtr

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