Sonntag, 31. Mai 2020

10.000 Jobs bedroht Alcatel-Lucent bleibt beim harten Sparkurs

Wies zuletzt wieder einen Quartalsgewinn aus: Alcatel-Lucent wird dennoch 10.000 Stellen abbauen

Im vergangenen Quartal kehrte Alcatel-Lucent zwar in die Gewinnzone zurück. Dennoch will das Management in den kommenden zwei Jahren 10.000 Jobs streichen.

Frankfurt am Main - Der Chef des angeschlagenen Telekomausrüsters Alcatel-Lucent , Michel Combes, will den von ihm angestoßenen Umbauplan für den Konzern in zwei Jahren umsetzen.

Der Plan werde durchgezogen, unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung, "denn wir müssen die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens wieder herstellen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Geplant ist unter anderem der Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen.

"In der Vergangenheit waren wir zu stark nur auf Telekommunikations-Unternehmen fokussiert", räumte Combes ein. "Unsere Produkte und Services sind aber auch für andere Kundengruppen interessant, zum Beispiel für Kabelnetzbetreiber, große Technologieunternehmen und die Internetwirtschaft." Der Umbauplan erlaube es nun, besser auf Kundenwünsche zu reagieren.

Alcatel-Lucent Börsen-Chart zeigen steckt seit längerem in der Krise, macht aber dank eines Sparkurses Fortschritte. Im vierten Quartal verdiente das Unternehmen erstmals seit Anfang 2012 wieder Geld, wie es am Donnerstag meldete.

Im Gesamtjahr stand unter dem Strich dennoch ein Minus von 1,3 Milliarden Euro. 2012 war der Verlust jedoch noch noch gut 700 Millionen Euro höher gewesen. Der Konzern leidet wie andere Netzwerkausrüster unter heftigem Wettbewerbsdruck insbesondere durch die chinesische Konkurrenz.

rei/dpa-afx

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