Neue Mobilisierungsstrategie Wie Airbnb Gastgeber zu Lobbyisten machen will

Schlüsselanhänger mit Airbnb-Logo

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Foto: DPA

Es ist ein Vielfrontenkrieg, den Zimmervermittler Airbnb auf der ganzen Welt führt. Von New York über San Diego und Paris bis nach Barcelona streitet sich das US-Unternehmen mit Kommunen und Verwaltungen: Ringt mit ihnen darum, wer welchen und wieviel Wohnraum in dem Portal einstellen darf. Und wer für illegale Angebote zur Rechenschaft gezogen wird. Ein Streit, der beispielsweise aktuell auch in Paris schwelt , wo die Behörden bei Zuwiderhandlungen künftig Airbnb zur Rechenschaft ziehen wollen.

Darin, seine Klientel gegen unliebsame Regulierungen zu mobilisieren, hat Airbnb bereits Erfahrung. So schaffte das Unternehmen beispielsweise schon vor Jahren in der deutschen Hauptstadt sogenannte Stellen für Community-Organizer, die Gastgeber dazu bewegen sollten, Pro-Airbnb-Lobbygruppen zu gründen. Oder sammelte wie kürzlich in San Diego - gegen massive Widerstände  - Unterschriften, um per Referendum Restriktionen auf dem Wohnvermittlungsmarkt wieder abzubauen.

Nun hat Airbnb offenbar einen weiteren, womöglich noch effizienterenWeg entdeckt, die Bevölkerung für seine Zwecke einzuspannen: Indem es seine Gastgeber am Unternehmen beteiligt. 

In einem Brief an die SEC  schlägt das Unternehmen der Behörde vor, künftig auch zuzulassen, Gastgeber mit Aktien am Unternehmen zu beteiligen. Als Marktplatz in der Sharing-Economy habe Airbnb Erfolg, wenn die Gastgeber Erfolg hätten, begründete Airbnb seinen Vorstoß in dem Schreiben.

Loyalität soll belohnt werden

Zudem bekäme der Wohnungsvermittler damit ein wirksames Mittel in die Hand, um Gastgeber zu motivieren, für Airbnb zu kämpfen. Wären damit doch klare monetäre Vorteile verbunden. Schließlich sollen laut Airbnb-CEO Brian Chesky "die loyalsten Gastgeber" beteiligt werden . Aktuell können nicht börsennotierte Unternehmen wie Airbnb in den USA lediglich Beschäftigte oder Investoren mit Anteilen beteiligen. Ob und wie die SEC auf Airbnbs Vorstoß reagiert, ist noch völlig offen.

Dem Bericht zufolge  stand auch Uber bereits in Kontakt mit der SEC im Bezug auf die Verteilung von Anteilen - allerdings offenbar innerhalb der geltenden gesetzlichen Regeln.

Was die Mobilisierung seiner Fahrer und Kunden für Unternehmenszwecke angeht, stand Uber Airbnb in der Vergangenheit nicht nach. So sammelte der Fahrdienstvermittler in London nach dem zeitweisen Entzug seiner Betriebserlaubnis unter dem Hashtag #SaveYourUber mehr als 800.000 Unterschriften , um gegen den Entzug der Lizenz zu protestieren.

Ein Engagement, dass sich, zumindest vorerst auch gelohnt hat. 

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