Montag, 19. August 2019

Telekom-Hauptversammlung Abschied von T-Mobile hängt von Kartellbehörden ab

Telekom-Chef Timotheus Höttges: "Kommt es zu einer Marktbereinigung, wäre T-Mobile US dafür gut positioniert"

Telekom-Chef Tim Höttges macht Aktionären während der Hauptversammlung Mut: Die Marketing-Offensive in den USA hat dafür gesorgt, dass T-Mobile deutlich im Wert gestiegen ist. Ob ein Verkauf etwa an Sprint gelingt, hängt jedoch von den Kartellbehörden ab.

Köln - T-Mobile US sei auf Erfolgskurs und locke derzeit Millionen von Handy-Kunden, doch stünden dort teure Investitionen in den Netzausbau und das Funkspektrum an, sagte Höttges auf der Hauptversammlung der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen am Donnerstag in Köln.

"Die Frage lautet jetzt: Wie geht es mit dem US-Geschäft weiter?" Experten zufolge wäre es langfristig am besten, wenn neben den beiden US-Marktführern AT&T und Verizon Börsen-Chart zeigen noch ein dritter starker Anbieter aktiv wäre.

Die Aussage bezieht sich auf den drittgrößten Mobilfunkanbieter Sprint Börsen-Chart zeigen , der nach Angaben eines Insiders an einem Kaufangebot für den Markt-Vierten T-Mobile US arbeitet. Einem Medienbericht zufolge könnte Sprint im Sommer ein Gebot vorlegen. Doch haben die US-Kartellwächter bereits große Bedenken gegen den Deal angemeldet, weil danach die Preise steigen dürften.

Entscheidend sei jetzt die Sicht der amerikanischen Wettbewerbsbehörden, sagte Höttges. "Kommt es zu einer Marktbereinigung, wäre T-Mobile US dafür gut positioniert."

Der 51-jährige Höttges hat das Spitzenamt bei der Telekom zum Jahreswechsel von Rene Obermann übernommen. Höttges stellt sich nach Jahren als Finanzchef in der Kölner Lanxess-Arena zum ersten Mal als Vorstandsvorsitzender den Aktionären.

Die Bonner halten zwei Drittel der Aktien der in New York börsennotierten T-Mobile US. Der Anteil ist mittlerweile 17 Milliarden Dollar wert - doppelt so viel wie vor zwölf Monaten. Der Grund dafür: T-Mobile US gelang 2013 nach Jahren des Siechtums dank hoher Marketing-Ausgaben, neuer Handys und einer überfälligen Netzüberholung die Trendwende.

Der Kurs lastet allerdings auf der Bilanz der Konzernmutter: In der Folge schrumpfte das Telekom-Betriebsergebnis im ersten Quartal um vier Prozent auf 4,1 Milliarden Euro.

von Peter Maushagen und Harro Ten Wolde, Reuters

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