Freitag, 18. Oktober 2019

Fünf Szenarien bis 2035 Wie 3D-Drucker ganze Branchen verändern können

4. Teil: 2020: Türgriffe selbst gemacht

Bereits heute möglich: 3D-Druck von Zahnkronen im sogenannten Laser-Sinter-Verfahren

Deutschland im Jahr 2020 - Dem Haushaltsgerätehersteller Bosch Siemens gelingt es, seinen Gewinn im Servicebereich zu verdoppeln. Denn Bosch bietet seinen Kunden an, Ersatzteile selber zu drucken. Im Jahr 2020 werden zahlreiche Haushalte 3D-Drucker zu Hause stehen haben, meinen die Experten. Ihnen verkauft der Haushaltsgerätespezialist dann auch passende Druckdateien via Internet.

Kunden können sich Hebel von Toaster, Drehknöpfe von Waschmaschinen oder Innentrennwände von Kühlschränken selbst ausdrucken - in der gewünschten Farbe oder dem Lieblingsmuster. Die entsprechenden Bausätze finden Sie auf eigens dafür eingerichteten Bosch-Servern.

Mit Hilfe der Datensätze in der Cloud löst Bosch auch das Problem der überbordenden Variantenvielfalt bei Knöpfen und Hebeln. In acht Jahren druckt Bosch bereits ein Fünftel seiner Ersatzteile auf 3D-Druckern aus. Das senkt nicht nur die Lagerbestände. Kunden erhalten so auch wesentlich schneller ihr benötigtes Ersatzteil.

Erste Vorstöße in diese Richtung gibt es bereits. Zahntechniker drucken bereits heute Kronen und Brücken auf 3D-Druckern aus, die mit dem Laser-Sinterverfahren arbeiten. Noch kosten solche Geräte mehrere hunderttausend Euro. Die derzeit erhältlichen 3D-Drucker für den Hausgebrauch, die ab 1000 Euro erhältlich sind, sind für solche Anwendungen nicht präzise genug. Doch in den kommenden Jahren dürfte sich das ändern.

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