Freitag, 20. September 2019

Interne soziale Netzwerke Wie Facebook ohne Katzen

Soziale Netzwerke: Unternehmen wie die Allianz setzen auf eigene Systeme für ihre Mitarbeiter

2. Teil: 130.000 neue Yammer-Nutzer auf einen Schlag

Auch international werden die Systeme immer beliebter: Erst kürzlich wurde bekannt, dass das spanische Telekommunikationsunternehmen Telefónica weltweit rund 130.000 Mitarbeiter mit Yammer ausstatten will. Das Unternehmen rechnet dabei mit Einsparungen von rund 20 Prozent im Support durch den Umzug in die Cloud. Eine bessere Zusammenarbeit erwartet man bei Telefónica auch durch die integrierte Übersetzungsfunktion in Yammer. So sollen Mitarbeiter in verschiedenen Ländern in ihrer Muttersprache miteinander kommunizieren können.

Beim Allianz-Netzwerk liegen alle Daten auf firmeneigenen Servern, eine Firewall schützt das ASN vor dem Zugriff von außen. Somit hat die Allianz zugleich eine private Datencloud aufgebaut: Wichtige Dokumente und Nachrichten liegen nicht mehr dezentral in den verschiedenen Postfächern der Mitarbeiter, sondern sind zentral für die Teilnehmer recherchierbar.

Auch andere große deutsche Unternehmen haben schon ähnliche Systeme eingeführt: Unter ihnen die BASF, die Deutsche Telekom, Bosch oder Continental. Ein solcher Schritt kann sich lohnen: "Diese Instrumente können deutliche Produktivitätssteigerungen mit sich bringen", sagt Berater Dörner.

In einer Studie von McKinsey aus dem vergangenen Jahr kommen die Autoren zu dem Schluss, dass interne Social-Media-Instrumente die Effizienz von Mitarbeitern um bis zu 25 Prozent steigern können.

Diese Produktivätsgewinne seien auf die effizientere Kommunikation der Mitarbeiter zurückzuführen: Weg von E-Mail und Telefon, hin zu breiten Kommunikationskanälen wie Social Groups, in denen viele Mitarbeiter gleichzeitig interagieren können.

Digitaler Wandel lässt sich nicht anordnen

Die Allianz hat sich hohe Ziele gesetzt: "Es geht darum, den gesamten Arbeitsalltag zu verändern", sagt Wegscheider. Dies sei eine große Aufgabe für die Allianz. "Der digitale Wandel lässt sich nicht von oben anordnen und geschieht nicht von heute auf morgen", sagt Wegscheider.

Die Versicherung begleitet die Einführung mit intensiven Schulungen und will so die Mitarbeiter an das neue System heranführen. "Die größten Herausforderungen bei der Einführung eines internen sozialen Netzes liegen in der Organisation, der Messung von direkten Effekten und in kulturellen Vorbehalten innerhalb der Unternehmen", sagt Dörner.

Seite 2 von 3

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung