Montag, 14. Oktober 2019

Schuldenabbau Telefónica gibt Anteil der Mittelamerika-Töchter auf

Telefónica flagship store, Gran Vía 28 (Madrid)

Spaniens Telefonriese Telefónica muss erneut Firmenanteile verkaufen, um seinen riesigen schuldenberg in den Griff zu bekommen. Jetzt gehen Anteile an dem Mittelamerikageschäft der Spanier über den Tisch. Für 500 Mililonen Dollar hat eine Firma aus Guatemala zugeschlagen. 

Madrid - Raus den Schulden: Europas größter Telefonkonzern Telefónica verkauft in der Not weitere Firmenanteile. In vier Ländern Mittelamerikas hat sich der Konzern nun für 500 Millionen US-Dollar von 40 Prozent seines dortigen Geschäfts getrennt. Käufer sei der Mischkonzern Corporacion Multi Inversiones aus Guatemala, hieß es in der Mitteilung vom Dienstag.

Das Telefónica-Geschäft in Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Panama werde in eine neue Gesellschaft überführt, auf die alle Anteile übergehen sollen. Die Spanier wollen aber weiterhin das Sagen haben und erwarten aus dem Verkauf keinen Einfluss auf das Ergebnis.

Das hochverschuldete spanische Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, vom Schuldenberg in diesem Jahr mindestens 4,3 Milliarden Euro abzutragen. Dazu erwägt Telefónica neben Verkäufen Insidern zufolge auch den Börsengang seiner Kolumbien-Sparte.

Telefonica gehört zu den weltweit am höchsten verschuldeten Telekomanbietern. Im vergangenen Jahr strich der Konzern die Dividende und kündigte den Verkauf von Unternehmensteilen an. Im Herbst hatte Telefonica mit einem Teilbörsengang der profitablen Deutschlandsparte 1,45 Milliarden Euro eingenommen - und schnell noch Milliarden aus der deutschen Tochter O2 abgezogen.

Sie wird nun immer wieder mit der Düsseldorfer E-Plus in Verbindung gebracht, die wiederum der niederländischen KPN Börsen-Chart zeigen gehört. Dublizität der Ereignisse: Auch die niederländische Konzernmutter von E-Plus ist derzeit klamm. Zuletzt strich KPN die Dividende, zudem wurden neue Aktien ausgegeben.

kst/rtr

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