Mittwoch, 22. Mai 2019

Gewinnrückgang E-Plus-Mutter KPN streicht Dividende

Niederländische Telefongesellschaft KPN in Den Haag:

Pause für zwei Jahre: Die niederländische Telefongesellschaft KPN will nach einem heftigen Gewinneinbruch ihre Dividende für zwei Jahre streichen. Grund dafür ist auch der Gewinnrückgang bei der deutschen KPN-Tochter-E-Plus.

Den Haag - Die niederländische Telefongesellschaft KPN will nach einem heftigen Gewinneinbruch ihre Dividende für zwei Jahre streichen. Die Aktionäre sollen wegen der geplanten Kapitalerhöhung für die Jahre 2013 und 2014 keine Gewinnausschüttung erhalten, teilte der Mutterkonzern des deutschen Mobilfunkanbieters E-Plus am Dienstag in Den Haag mit. Zuvor wollte das Unternehmen eine Dividende für die beiden Jahre ausschütten.

Grund für den Sparkurs ist nicht zuletzt der Gewinnrückgang der KPN-Ertragsperle, der deutschen E-Plus in Düsseldorf. E-Plus hat wegen hoher Marketingausgaben und Investitionen ins Netz zum Jahresauftakt einen Gewinneinbruch um 36 Prozent hinnehmen müssen, teilte Deutschlands drittgrößter Mobilfunker ebenfalls am Dienstag mit. Zu Buche geschlagen habe daneben auch die Senkung von Durchleitungsgebühren durch die Bundesnetzagentur. Ende März telefonierten knapp 24 Millionen Kunden mit der Düsseldorfer E-Plus - das ist eine Steigerung von 550.000 in den ersten drei Monaten.

Das hatte Folgen für den Gesamtkonzern KPN: Im ersten Quartal ist der Gewinn des KPN-Konzerns unter dem Strich um 54 Prozent auf 140 Millionen Euro eingebrochen. Der Umsatz schrumpfte um 9 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um 12 Prozent auf 994 Millionen Euro zurück. Damit übertraf das Unternehmen dennoch die Schätzungen der Analysten.

Die Niederländer wollen sich nun vier Milliarden Euro frisches Geld beschaffen. Davon sollen drei Milliarden über eine Kapitalerhöhung fließen, der Rest über Hybridanleihen. Erst Anfang April hatte Unternehmenschef Eelco Blok für diesen Schritt die Zustimmung der Aktionäre erhalten. Mit dem Geld will Blok vor allem Schulden abbauen.

An KPN hält der mexikanische Milliardär Carlos Slim mit seiner Firma America Movil fast 30 Prozent. Slim will die Kapitalerhöhung anteilig mittragen.

kst/dpa-afx/rtr

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