Deutsche Telekom Höttges ordnet seine Truppen

Zeitenwende bei der Telekom: Noch-CEO René Obermann ist nach wie vor im Amt, da strafft sein Nachfolger bereits die Führungsstrukturen. Ein deutlicher Hinweis auf den künftigen Kurs.
Von Astrid Maier
Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn: Strategiechef Menne verlässt das Unternehmen

Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn: Strategiechef Menne verlässt das Unternehmen

Foto: Oliver Berg/ dpa

Bonn - Timotheus Höttges, designierter Chef der Deutschen Telekom, ist ein Manager, der kräftig zupackt. manager magazin stellt Höttges in der aktuellen Ausgabe in einem ausführlichen Porträt vor. Jetzt baut Höttges die Führungsstruktur in Bonn um - noch bevor er als Vorstandsvorsitzender überhaupt angetreten ist.

Der künftige Lenker in Bonn legt die Strategieabteilung mit der Abteilung für Zukäufe (M&A) zusammen, erfuhr das manager magazin aus dem Umfeld des Unternehmens. Noch ist Höttges Finanzvorstand, für die Zeit als Vorstandsvorsitzender sichert er sich damit aber schon heute deutlich mehr Macht auf dem Posten.

Denn der neu entstehende Bereich Business & Development wird künftig in die Zuständigkeit des Vorstandsvorsitzenden fallen. Bisher war die M&A-Organisation dem Finanzvorstand unterstellt, derzeit also Höttges. Der Aufsichtsrat hat der Umstrukturierung des Geschäftsverteilungsplans in seiner letzten Sitzung am 27. Februar bereits zugestimmt.

Höttges setzt auf Verkäufe und Fusionen

Damit zeichnet sich klar ab: Höttges wird als Telekom-Chef Verkäufe und Fusionen viel stärker als strategisches Instrument einsetzen als dies Noch-CEO René Obermann handhabt. Insbesondere der Verkauf von Telekom-Töchtern und Beteiligungen in Europa, aber auch der langfristige Ausstieg aus den USA dürften zu den Schwerpunkten der neuen Business-Development-Abteilung gehören.

Die Reorganisation hat zudem personelle Konsequenzen: Leiter der neuen Großabteilung soll der derzeitige M&A-Chef Thorsten Langheim werden, heißt es aus Bonn. Langheim, den Höttges einst von Blackstone  zur Telekom holte, gilt als einer der wichtigsten Vertrauten des künftigen CEOs im Konzern. Auf welchen Posten der derzeitige Strategiechef Rolf Menne wechselt oder ob Menne das Unternehmen ganz verlässt, ist offenbar noch unklar. Menne war erst im September 2011 zur Telekom  von Siemens  gewechselt.

Ein Telekom-Sprecher bestätigte die Reorganisation. Die dazugehörige Personalplanung sei aber noch nicht abgeschlossen, hieß es. Deshalb wolle man "Spekulationen um Personalien nicht kommentieren".

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.