T-Mobile USA/MetroPCS Obermann soll in US-Aufsichtsrat einziehen

Die angepeilte Fusion aus T-Mobile USA und MetroPCS rückt näher, die US-Aufsichtsbehörden haben grünes Licht gegeben. Jetzt soll Telekom-Chef René Obermann in den Aufsichtsrat des neuen Verbunds einziehen - auch wenn er die Telekom spätestens zum Jahresende verlässt.
Von Astrid Maier
Deutsche-Telekom-Chef René Obermann: Soll Aufsichtsrat in den USA werden

Deutsche-Telekom-Chef René Obermann: Soll Aufsichtsrat in den USA werden

Foto: Oliver Berg/ dpa

Hamburg - Es ist ein zähes Ringen, wichtige Aktionäre hatten sich zuletzt öffentlich gegen die Fusion der US-Tochter der Deutschen Telekom und dem amerikanischen Unternehmen MetroPCS ausgesprochen. Heute aber hat die Telekom eine wichtige Hürde auf dem Weg zu dem Zusammenschluss genommen: US-Wettbewerbsbehörden haben den Plan abgesegnet. Jetzt soll Telekom-Chef René Obermann in den Aufsichtsrat des neuen Verbunds aus T-Mobile USA und MetroPCS einziehen - auch wenn er die Telekom spätestens zum Jahresende verlässt. Das berichtet manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 15. März).

Neben Obermann werden zudem Finanzchef Timotheus Höttges, Telekom-Aufsichtsrat und Blackstone-Vertreter Lawrence Guffey sowie T-Mobile-CEO John Legere in die Kontrolleursrunde entsandt werden, wenn die Fusion endgültig zustande kommen sollte. Damit würde die Telekom acht Gesandte von insgesamt elf Kontrolleuren stellen. Der designierte Telekom-Chef Höttges soll zudem das Gremium als Vorsitzender leiten, so das manager magazin weiter. Allerdings müssen die MetroPCS-Aktionäre dem Zusammenschluss am 12. April erst noch zustimmen.

Die geplante Machtverteilung im Aufsichtsgremium sorgt indes im Vorfeld für Unmut bei den MetroPCS-Investoren, schreibt manager magazin weiter. Der größte Einzelaktionär, Hedgefonds Paulson & Co., und die Investmentfirma P. Schoenfeld Asset Management haben bereits angekündigt, gegen das Vorhaben zu stimmen. Sie stören sich daran, dass den MetroPCS-Aktionären nur 26 Prozent an dem neuen Unternehmen gehören sollen, und an der hohen Verschuldung, die die Telekom dem neuen Unternehmen aufbürdet. Der Bonner Konzern ist mit 15 Milliarden US-Dollar dabei der größte Kreditgeber.

"Die Deutsche Telekom  gerät als Großaktionär und zugleich größter Kreditgeber unweigerlich in Interessenkonflikte", sagte Firmengründer und P.Schoenfeld-Asset-Management-CEO Peter Schoenfeld dem manager magazin. Als Kreditgeber könne sie Entscheidungen treffen, die gegen die Interessen der restlichen Aktionäre gerichtet sind. Darauf sei sogar in den bei den Aufsichtsbehörden eingereichten Dokumenten hingewiesen worden. "Es ist von daher unangemessen, dass die Deutsche Telekom acht von elf Kontrolleuren stellt. Das ist keine gute Unternehmensführung", kritisierte Schoenfeld.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.