Montag, 19. August 2019

T-Mobile USA/Metro PCS Hedgefondsmanager torpediert Fusion

T-Mobile-Fusionspartner MetroPCS: Größte MetroPCS-Anteilseigner und Hedgefondsmanager Paulson gegen den Deal

Wackelt der geplante Zusammenschluss der US-Tochter der Deutschen Telekom mit dem US-Unternehmen MetroPCS? Obwohl sich die MetroPCS-Chefs bereits für den Deal ausgesprochen haben, geht jetzt der größte MetroPCS-Anteilseigner auf die Barrikaden: der Hedgefonds Paulson & Co.

New York - Der Deutschen Telekom bläst anhaltender Gegenwind bei ihrem Fusionsplan für ihre Mobilfunktochter T-Mobile USA mit dem kleineren Anbieter MetroPCS entgegen. MetroPCS-Großaktionär Paulson & Co. erklärte am Donnerstag, dass er dem Geschäft in der derzeitigen Form nicht zustimmen werde.

Paulson & Co erklärte am Donnerstag, dass der Zusammenschluss zwar strategische Vorteile mit sich bringe. Das gemeinsame Unternehmen halse sich aber zu hohe Schulden auf, begründete der Hedgefonds seine Haltung und wiederholte damit frühere Bedenken. "Das Unternehmen hat zu hohe Verbindlichkeiten mit zu hohen Zinssätzen, um im gutkapitalisierten US-Mobilfunkmarkt wettbewerbsfähig sein zu können", schrieb Paulson in einem Brief an die Deutsche Telekom in Bonn, der manager magazin online vorliegt.

Allerdings geht es Paulson nicht in erster Linie um die Finanzstabilität des möglicherweise fusionierten Gebildes. Paulson bemängelte zudem die Modalitäten der Geplanten Fusion von MetroPCS und T-Mobile USA; es benachteilige die MetroPCS-Aktionäre. Die Abrede sei "unfair", wie Paulson in seinem Brief an die Telekom schrieb.

Die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen hatte im Herbst vergangenen Jahres den Zusammenschluss ihrer Sorgentochter T-Mobile USA mit MetroPCS ausgehandelt. Sie soll 74 Prozent am Gesamtunternehmen halten, der Rest läge bei den MetroPCS-Aktionären. Das ist Paulson offenbar zu wenig. Er würde sich von dem Deal überzeugen lassen, wenn die Details der Fusion neu ausgehandelt würden, ließ der Hedgefondsmanager gestern dann auch zugleich mit seinem Brief an die Telekom verlauten. Dabei verlangte Paulson explizit einen höheren Anteil am gemeinsamen Unternehmen für die MetroPCS-Aktionäre. Für den 28. März ist eine außerordentliche Hauptversammlung angesetzt, auf der diese das Geschäft absegnen müssen.

Das Management von MetroPCS steht hinter dem Fusionsplan. Paulson mit einem Anteil von zuletzt 9,9 Prozent hatte sich bereits zuvor kritisch geäußert. Die Aktionäre sollen am 28. März auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über das Zusammengehen mit T-Mobile USA abstimmen.

MetroPCS erklärte am Donnerstag, dass das vorliegende Angebot im besten Interesse der Aktionäre sei. Von T-Mobile USA war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Unter den Anteilseignern regte sich schon vorher Widerstand gegen die Anfang Oktober angekündigte Fusion. Die US-Anlagefirma P. Schoenfeld Asset Management will ebenfalls gegen den Deal stimmen - mit der Begründung, dass die derzeitigen Bedingungen für MetroPCS nachteilig seien.

kst/dpa-afx/rtr

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