Montag, 20. Mai 2019

Neue Geldquelle France Telecom will britische Tochter an die Börse bringen

Orange-Shop in London: France Telecom betreibt das britische Joint Venture EE zusammen mit der Deutschen Telekom

Milliardenabschreibungen, schwaches Heimatgeschäft, Gewinneinbruch: Die französische Telefongesellschaft France Telekom steckt in der Krise. Jetzt will der ehemalige Monopolist frisches Geld über den Börsengang einer Tochter einnehmen, an der auch die Deutsche Telekom beteiligt ist.

Paris - Bei der französischen Telefongesellschaft France Telecom ist der Gewinn wegen gesunkener Umsätze und Abschreibungen auf das Geschäft in Polen, Ägypten und Rumänien eingebrochen. "Die Risiken haben in einigen Regionen zugenommen", begründete Finanzvorstand Gervais Pellissier die Abschreibungen in Höhe von 1,84 Milliarden Euro.

Diese schlugen auf den Gewinn durch, der von 3,9 Milliarden auf 820 Millionen Euro schrumpfte. Pellissier stellte allerdings einen baldigen Teilverkauf von Everything Everywhere (EE) in Aussicht. Das wurde an der Pariser Börse gut aufgenommen. Die Aktie von France Telekom Börsen-Chart zeigen stieg um 2,36 Prozent auf 7,90 Euro und setzte sich damit an die Spitze des Eurostoxx50.

Zudem sank der Umsatz von 45,3 Milliarden auf 43,5 Milliarden Euro. Besonders in der Heimat läuft das Geschäft schlecht. Günstiganbieter graben dem früheren Monopolisten das Wasser ab, der versucht, mit hoher Netzqualität hohe Preise zu erzielen. "Wir sind weniger zuversichtlich, dass der Preiskampf in Frankreich zu Ende geht", sagte Pellissier.

Dividende sinkt

Für das laufende Jahr bekräftigte das Unternehmen das Ziel eines freien Barmittelzuflusses von mehr als sieben Milliarden Euro nach acht Milliarden im vergangenen Jahr. 2014 soll er sich wieder stabilisieren. Dabei setzt Pellissier auf Umsatzsteigerungen im Ausland und Kostensenkungen in der Heimat. Um das Geld zusammen zu halten, will France Telecom zudem die Dividende für 2012 und 2013 beschränken. Bisher stellt das Unternehmen eine Ausschüttung von mindestens 80 Cent je Aktie in Aussicht.

Geld soll auch durch Verkäufe in die Zentrale fließen. "Wir wollen einen kleinen Anteil an Everything Everywhere, vielleicht 15 oder 20 Prozent, Ende 2013 oder Anfang nächsten Jahres an den Markt bringen", sagte Pellissier. Ein Börsengang der gemeinsam mit der Deutschen Telekom betriebenen britischen Tochter hänge auch von den Marktbedingungen ab.

mahi/dpa-afx

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