Höhere Dividende Kabel Deutschlands Giftpille für Vodafone

Kabel Deutschland macht sich unappetitlich: Der Kabelnetzbetreiber stockt die Dividende stärker auf als erwartet und will so offenbar den Übernahmeversuch von Vodafone abwehren. Bei dieser Nachricht gerieten die Quartalsbilanz und die höheren Investitionen in den Hintergrund.
Ohne Anschluss: Kabel Deutschland wehrt sich offenbar gegen Vodafones Avancen, die Dividende wird von 1,50 Euro auf 2,50 Euro erhöht

Ohne Anschluss: Kabel Deutschland wehrt sich offenbar gegen Vodafones Avancen, die Dividende wird von 1,50 Euro auf 2,50 Euro erhöht

Foto: David Ebener/ picture alliance / dpa

Unterföhring - Nach einer Ausschüttung von zuletzt 1,50 Euro je Aktie wolle der Vorstand für das Geschäftsjahr 2012/13 eine Dividende von 2,50 Euro vorschlagen, kündigte Kabel Deutschland bei der Vorlage der Bilanz für das dritte Quartal an. Die Aktien des im MDax notierten Unternehmens legten daraufhin um 1,34 Prozent zu.

Damit wird die Dividende einem Händler zufolge viel stärker erhöht als erwartet. "Kabel scheint die ersten Giftpillen auszuwerfen, um ein Angebot von Vodafone abzuwehren", sagte er. Die Übernahmeschlacht starte. "Das sollte den Aktien sicherlich nicht schaden", fügte er hinzu. Erst vor wenigen Tagen berichtete das manager magazin über das Interesse des weltgrößten Mobilfunkers Vodafone  an Kabel Deutschland . Die Briten haben offenbar bereits die Übernahme des deutschen Unternehmens durchgespielt.

Doch der Kabelnetzbetreiber will wohl lieber unabhängig bleiben. Nach dem Scheitern der geplanten Übernahme von Tele Columbus will Kabel Deutschland nun viel Geld in das eigene Netz investieren. Mit vorgezogenen Investitionen von 300 Millionen Euro will das Unternehmen das Wachstum beschleunigen. Unter anderem wird dadurch die Netzaufrüstung für schnelles Internet, Video-on-Demand und W-Lan-Angebote beschleunigt und die Netzkapazität erweitert.

Erwartungen erfüllt, Prognosen bestätigt

Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Dezember) erfüllte Kabel Deutschland die Erwartungen. Der Umsatz erhöhte sich von 427 auf 464,8 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Kosten für Beratung und Umbau (Ebitda) legte von 200 auf 220 Millionen Euro zu. Unter dem Strich stieg der Gewinn von 55 auf 72,7 Millionen Euro. Lediglich hier hatten Analysten etwas mehr erwartet.

Kabel Deutschland bekräftigte die Prognose für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz soll den Vorjahreswert um 7,5 bis 8,5 Prozent übertreffen, das bereinigte Ebitda zwischen 855 Millionen und 870 Millionen Euro liegen.

"Besonders erfolgreich hat sich unser Internetgeschäft entwickelt, wo wir eine deutliche Beschleunigung des Wachstums erreichen konnten", sagte Unternehmenschef Adrian von Hammerstein. "Aber auch unser TV-Geschäft zeigt dank des großen Kundeninteresses an HD und an zeitversetztem Fernsehen einen nachhaltig positiven Trend."

Wachstumstreiber sind Breitband und das sogenannte Premium-TV-Angebot. Die Gesamtzahl der Abos lag zum 31. Dezember mit 14,1 Millionen um 840.000 über dem Vorjahr. Dabei machten die neun Dienste bestehend aus den Breitbandprodukten Internet, Telefon und Premium TV fast 40 Prozent aus. Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde erhöhte sich von 14,49 auf 16,05 Euro. Immer mehr Kunden buchen neben dem Kabelanschluss weitere Produkte. Im Schnitt kamen auf jeden Kunden 1,66 (Vorjahr: 1,54) Produkte.

mg/dpa-afx
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