Freitag, 22. November 2019

Deutsche Telekom Neues Störfeuer für T-Mobile USA

US-Mobilfunkmarkt: Die größten Spieler
dapd

Bei ihrem US-Engagement hatte die Telekom bislang keine glückliche Hand. Kaum haben die Bonner nach dem AT&T-Debakel das Zusammengehen mit MetroPCS verkündet, droht mit dem Einstieg der japanischen Softbank beim Rivalen Sprint neuer Ärger.

Hamburg - Die Botschaft aus Cupertino muss ziemlich eindeutig gewesen sein. T-Mobile USA reagierte jedenfalls umgehend. Das iPhone-Plakat, mit dem T-Mobile noch im September versucht hatte, Kunden mit saftigen Preisnachlässen von seinen Wettbewerbern abzuwerben, verschwand aus den Filialen. Sogar die ganze Kampagne wurde umbenannt. Das apple-typische "i" musste weichen.

Dass T-Mobile USA als einziger der großen vier Anbieter seinen Kunden noch immer kein iPhone anbieten kann, macht der US-Tochter der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen weiter schwer zu schaffen. Und mit dem sich nun abzeichnenden Einstieg der japanischen Softbank beim Konkurrenten Sprint könnte das ohnehin schwierige Geschäft für T-Mobile USA noch schwieriger werden.

In den letzten Jahren war T-Mobile USA alles andere als erfolgreich. Schätzungen zufolge haben in den vergangen zwei Jahren fast 2,8 Millionen Amerikaner der T-Mobile USA den Rücken gekehrt. Verluste, die zu einem Teil auch den Unsicherheiten im Zusammenhang mit der gescheiterten AT&T-Fusion geschuldet waren. Und auch das fehlende iPhone im Angebot hat sicherlich zum Kundenschwund beigetragen.

Zwei Underdogs tun sich zusammen

Doch nach der gescheiterten Fusion scheint die Telekom-Tochter nun entschlossen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Erst Anfang Oktober kündigte die Telekom-Tochter, in den USA auf Platz vier und anders als in Deutschland eher auf das Billigsegment fokussiert,ein Zusammengehen mit der Nummer fünf des Marktes, MetroPCS an.

Zwar ist eine Fusion der beiden Underdogs technisch deutlich weniger lukrativ für die Bonner und aufwendiger als der ursprünglich geplante Verkauf an AT&T. Doch für T-Mobile könnten sich MetroPCS "als "sehr wertvoller Partner" erweisen, sind die Experten von IDC Research überzeugt.

Zu einen, weil PCS als Pionier im LTE-Segment über attraktive Infrastruktur verfügt. Schon jetzt nutzen etwa sieben Prozent der PCS- Kunden den Datenturbostandard, mit dem T-Mobile USA erst 2013 an den Start gehen will.

Zum anderen ist PCS in zahlreichen amerikanischen Großstädten präsent, unter anderem in New York, Los Angeles, Philadelphia, San Francisco und Atlanta. Märkte, die sich für die neue T-Mobile als lukrativ erweisen könnten.

Seite 1 von 3

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung