Sonntag, 17. November 2019

Fusion Telekom verheiratet US-Tochter mit MetroPCS

T-Mobile-Filiale in New York: Die Telekom hat endlich eine Lösung für das Sorgenkind
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T-Mobile-Filiale in New York: Die Telekom hat endlich eine Lösung für das Sorgenkind

Nach und nach bekommt die Deutsche Telekom ihr Geschäft in den Vereinigten Staaten in den Griff. Die Tochter T-Mobile USA fusioniert mit dem Konkurrenten MetroPCS. Die Bonner werden an dem neuen Unternehmen die Mehrheit halten.

Bonn/New York - Die Deutsche Telekom fusioniert ihre Tochter T-Mobile USA mit dem örtlichen Rivalen MetroPCS. Sollte alles nach Plan laufen, hätten die Deutschen eines ihrer drängendsten Probleme vom Tisch und den gescheiterten Verkauf an den US-Branchenriesen AT&T wiedergutgemacht.

Der Aufsichtsrat der Bonner und die Gremien der Amerikaner gaben nun am Mittwochnachmittag grünes Licht, die Verträge wurden unterzeichnet. Am Dienstagabend hatte die Telekom überraschend mitgeteilt, sich in Gesprächen zu befinden. "Die Vereinbarung stärkt die Position der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen im wachsenden US-Mobilfunkmarkt", sagte Rene Obermann.

Im Rahmen einer Kapitalmaßnahme bringen die Deutschen ihre Tochter T-Mobile USA einschließlich eines bestehenden Gesellschafterdarlehens über 15 Milliarden US-Dollar in die börsennotierte MetroPCS ein. Im Gegenzug erhalten die Bonner 74 Prozent der Anteile an dem kombinierten Unternehmen. Die heutigen MetroPCS-Aktionäre bekommen 26 Prozent der Anteile und eine einmalige Barzahlung aus den Mitteln von MetroPCS von rund 1,5 Milliarden Dollar.

Zweiter Erfolg in wenigen Tagen

Mit der Umsetzung und allen erforderlichen Genehmigungen wird bis zur Jahresmitte 2013 gerechnet. Erwartet werden Einsparungen in Milliardenhöhe und Synergiepotential auf der Umsatzseite. Ab 2017 solle dann ein jährliches Kostensynergie-Potential zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden US-Dollar erreicht werden. Für das neue Gemeinschaftsunternehmen mit rund 42,5 Millionen Kunden werde ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum zwischen 3 und 5 Prozent über fünf Jahre erwartet.

Wegen der Transaktion kalkuliert die Telekom eine nicht zahlungswirksame Abschreibung von voraussichtlich 7 bis 8 Milliarden Euro ein. Die Ergebnis-Prognosen der Deutschen Telekom würden von der Fusion nicht betroffen, hieß es weiter.

Erst Ende September hatten die Bonner für das schwierige US-Geschäft einen Erfolg vermeldet: T-Mobile USA kann durch die Vermietung und den Verkauf ihrer Mobilfunktürmen auf einen Geldregen in Milliardenhöhe hoffen.

Gegen eine Einmalzahlung von 2,4 Milliarden US-Dollar erhalte Crown Castle für rund 28 Jahre das alleinige Recht zur Nutzung und Vermietung der Funkturmstandorte. Mit dem Eingang der Zahlung rechnet die Telekom im vierten Quartal 2012. T-Mobile wird die Türme für seine Mobilfunktechnik weiterhin nutzen und die benötigte Fläche dafür zurück mieten.

nis/dpa-afx

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