Donnerstag, 19. September 2019

Stundenlange Krawalle Foxconn schließt iPhone-Fabrik in China

Foxconn-Komplex: Immer wieder bricht Unruhe in den chinesischen Werken aus

Der Apple-Auftragsfertiger Foxconn kommt nicht zur Ruhe. In einem chinesischen Werk lieferten sich 2000 Arbeiter eine stundenlange Massenschlägerei. Die Fabrik, die auch das iPhone liefert, wurde vorübergehend geschlossen.

Taipei - In einer chinesischen Fabrik des Apple-Zulieferers Foxconn ist nach einer Massenschlägerei die Produktion gestoppt worden. Ein Streit zwischen mehreren Arbeitern am Sonntagabend in einem Schlafsaal des Werks Taiyuan in der Provinz Shanxi habe sich zu einer stundenlangen Prügelei mit 2000 Beteiligten ausgeweitet, teilte das taiwanische Unternehmen mit. Die örtliche Polizei habe die Schlägerei am frühen Montagmorgen unterbunden. Etwa 40 Menschen seien verletzt worden und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Mehrere Beteiligte wurden festgenommen.

Ein Foxconn-Sprecher erklärte, das Werk werde wegen der Ermittlungen am Montag geschlossen bleiben. Ein Angestellter, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Produktion könne wegen der Ermittlungen bis zu drei Tage ruhen. Nach seinen Angaben werden in der Fabrik Teile für das neue Apple iPhone 5 gefertigt. Die Handys würden dort auch zusammengebaut.

Die Nachrichtenagentur Xinhua meldete unter Berufung auf die örtlichen Behörden zehn Verletzte und den Einsatz von etwa 5000 Beamten, um die Schlägerei unter Kontrolle zu bringen. Inzwischen sei die Ordnung wieder hergestellt, teilte die örtliche Polizei mit. Die Ursache des Streits werde untersucht. Sie scheine nicht mit den Arbeitsbedingungen zusammenzuhängen. Ein Sprecher des Werks lehnte eine Stellungnahme ab. In chinesischen Internetforen hieß es, der Streit können begonnen haben, als ein Aufseher einen Arbeiter schlug. Auf Blogs erschienen Bilder zerschlagener Scheiben und eines ausgebrannten Fahrzeugs.

In der Fabrik sind insgesamt 79.000 Menschen beschäftigt. Die zum taiwanesischen Unternehmen Hon Hai gehörende Foxconn, die für große Computerfirmen wie Apple Börsen-Chart zeigen, Dell Börsen-Chart zeigen, Hewlett-Packard Börsen-Chart zeigen, Sony Börsen-Chart zeigen und andere produziert, zählt mit rund einer Million Beschäftigten zu den weltgrößten privaten Arbeitgebern. Nach eigenen Angaben ist Foxconn Chinas größter Exporteur.

Das Unternehmen stand wiederholt wegen der Arbeitsbedingungen in der Kritik. Im März hob Foxconn den Mindestlohn an und versprach eine Begrenzung der Arbeitszeiten, nachdem ein von Großkunde Apple beauftragter Bericht festgestellt hatte, die Foxconn-Arbeiter müssten regelmäßig mehr als 60 Stunden pro Woche arbeiten.

ak/rtr/ap/dpa-afx

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