Schwerer Vorwurf Samsung beschäftigt angeblich Kinder

Noch mehr Gegenwind für Samsung: Einem Bericht zufolge setzt der Elektronikriese in einigen seiner chinesischen Fabriken angeblich Kinder ein. Und Konkurrent Apple ärgert die Südkoreaner erneut mit einer Patentklage.
Undurchsichtig: Die Zustände in Fabriken von Samsung geraten in die Kritik

Undurchsichtig: Die Zustände in Fabriken von Samsung geraten in die Kritik

Foto: Lee Jin-man/ AP

Hamburg - Der SPIEGEL berichtete unter Berufung auf einen Report der in New York ansässigen Nichtregierungsorganisation China Labor Watch über diverse Missstände in sechs firmeneigenen Samsung-Fabriken in China. In drei der untersuchten Fabriken soll demnach sogar Kinderarbeit weit verbreitet sein. Die teils unter 16 Jahre alten Schüler würden dabei angeblich von den Lehrern zur Fabrikarbeit gezwungen, weil sie sonst kein Abschlusszeugnis erhielten.

Die Verträge würden dabei direkt zwischen Schule und Fabrikbetreibern ausgehandelt, die Schulen bekämen im Gegenzug Geld, stellt der Bericht der Organisation fest. Das Papier soll Mitte der Woche veröffentlicht werden und liegt dem SPIEGEL nach eigenen Angaben exklusiv vor.

Die Organisation prangert dem Magazin zufolge auch noch weitere Missstände an, darunter "gefährliche Arbeitsbedingungen", "ungültige Arbeitsverträge" und zu viele Überstunden. Samsung  teilte dem Magazin am Freitag auf Anfrage mit: "Wir haben Kenntnis von dem Bericht von China Labor Watch und analysieren die Situation vollständig."

Wenige Wochen vor dem erwarteten Start des nächsten iPhone nimmt zudem Apple  den stärksten Rivalen mit einer Patentklage ins Visier: Samsungs Spitzen-Smartphone Galaxy S3. Apple erweiterte eine seit Februar laufende Klage in Kalifornien um das neue Tablet Galaxy Note 10.1 sowie das Galaxy Note, ein großes Smartphone mit Stift-Bedienung. Das auf der IFA in Berlin vorgestellte Nachfolgemodell Galaxy Note 2 wird in der Klage nicht genannt.

Apple spricht jetzt in dieser zweiten kalifornischen Klage seit Freitag von "mindestens 21 Geräten" und nennt konkret 22 Samsung-Modelle. Ein Prozess in dem Fall wird erst im Frühjahr 2014 erwartet. Richterin Lucy Koh, die beiden Verfahren von Apple und Samsung in Nordkalifornien vorsitzt, hatte diesen Fall aufgeschoben, um sich auf den ersten Prozess zu konzentrieren.

cr/dpa/rtr
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