Wirtschaftsstudium Warum nach Sachsen?

Die neuen Länder sind ein ungewöhnlicher Standort für eine private Management-Hochschule. Rektor Arnis Vilks nannte im mm-online-Chat die Vorzüge eines Studiums an der Handelshochschule Leipzig. Lesen Sie das Chat-Protokoll.

Hamburg - Arnis Vilks - HHL: Ich bin 44 Jahre alt und komme aus Hamburg. Nach Zwischenstationen in Köln, Cambridge und Riga bin ich seit der Neugründung der HHL in Leipzig.

manager-magazin: Für Sie war Leipzig und der Osten also auch eine ganz neue Erfahrung. Zehn Jahre nach der Wende: ist das Studium in den Neuen Ländern tatsächlich noch etwas anderes als im alten Bundesgebiet?

Professor Arnis Vilks - HHL: Das kann man schon sagen, denn die Studienbedingungen sind hier oft besser, besonders natürlich an der HHL. Wir sind klein und können uns unsere Studierenden selbst aussuchen und ihnen eine intensive Betreuung bieten.

manager-magazin: Es liegen schon Fragen vor. Deshalb eröffne ich die Diskussion.

hellmann: Wieviel Prozent der Studenten an der HHL kommen aus den neuen Bundesländern?

Arnis Vilks - HHL: Rund 15 %.

Tobi: Was unterscheidet die HHL profilmäßig von WHU oder EBS? Warum sollte sich ein Student (nach dem Vordiplom) gerade für die HHL entscheiden?

Arnis Vilks - HHL: Wir sind noch kleiner als die anderen privaten Business-Schools. Die Professoren kennen die Studierenden mit Namen und vielleicht sind unsere Auswahlkriterien noch etwas schärfer. Außerdem bieten wir nur das Hauptstudium, das ist ein wichtiges Differenzierungsmerkmal.

DMieter: Nach welchen Kriterien suchen Sie Ihre Studenten aus? Zählt allein die Leistung oder wird in persönlichen Gesprächen (ähnlich Oxford und Cambridge) auch der Charakter bewertet?

Arnis Vilks - HHL: Ja, es gibt individuelle Auswahlgespräche mit einem der Professoren und mit einem Personalverantwortlichen aus den Unternehmen. Natürlich versuchen wir uns von jedem Bewerber, den wir einladen, ein Gesamtbild zu verschaffen aus Persönlichkeitsmerkmalen, die für eine Managementkarriere relevant sind

HelmutW: Muss ich mein Grundstudium in WiWi absolviert haben oder geht das auch in Geisteswissenschaften, wenn ich die entsprechenden Kenntnisse nachweise?

Arnis Vilks - HHL: Nein, für unser BWL-Diplom-Studium muß es ein wirtschaftswissenschaftliches Grundstudium sein.

Ulli: Wie sieht es in der Region Leipzig mit Praktikumsplätzen aus?

Arnis Vilks - HHL: Die meisten Studierenden absolvieren ihre Praktika in den alten Bundesländern und im Ausland.

seek: Gibt es Pflichtpraktika?

Arnis Vilks - HHL: Ein Pflichtpraktikum in den Semesterferien zwischen 1. und 2. Semester.

DMieter: Wie bereiten Sie Ihre Studenten auf die New Economy vor? Gibt es genügend Computerterminals an der Uni? Kennen sich die Dozenten mit dem Internet aus? Und wird in den Vorlesungen auf das Thema Internet und die dadurch entstehenden Änderungen eingegangen?

Arnis Vilks - HHL: Selbstverständlich gibt es Terminals und Computerpools in genügender Anzahl. Alle Dozenten sind mit den neuen Technologien vertraut und setzen sie in ihren Veranstaltungen ein. E-Business und E-Commerce sind Lehrschwerpunkte und demnächst werden wir einen neuen Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik des E-Business besetzen.

DMieter: Die HHL ist eine private Universität. Muß ich Studiengebühren zahlen? Und wenn ja, welche Möglichkeiten gibt es, an Fördermittel zu kommen?

Arnis Vilks - HHL: Die Studiengebühren betragen 8000 DM pro Semester im BWL-Studiengang, also insgesamt 32.000 DM. Wir haben auch einen MBA-Studiengang von 15 Monaten Dauer, der 24.000 DM kostet. An diesen Studiengebühren scheitert das Studium in keinem Fall, da jede/r der Studierenden ein zinsgünstiges Darlehen der Sparkasse Leipzig erhalten kann. Außerdem gibt es Stipendien, zum Teil nach Leistungskriterien, zum Teil nach sozialen Kriterien.

akebe: Ich interessiere mich vor allem für das neue MBA-Programm. Gibt es dafür eine Aufnahmeprüfung?

Arnis Vilks - HHL: Ja, im Prinzip ähnlich, wie im Diplom-Studiengang. Da jedoch viele Bewerber(innen) aus dem Ausland kommen, ersparen wir diesen die Anreise zu einem Prüfungstag, das heißt, die schriftlichen Unterlagen werden höher gewichtet.

wrupp: Wie ist das Renommee des MBA im Vergleich zu Insead und anderen?

Arnis Vilks - HHL: Unser MBA-Studiengang beginnt ja erst im Oktober, insofern können wir ehrlicherweise noch nicht von einem Renommee sprechen. Aber das Top-Renommee, das wir mit dem Diplom-Studiengang erworben haben, strahlt natürlich auch auf das MBA-Programm aus.

local hero: Wird ein im angelsächsischen Raum erworbener MBA von Personalchefs nicht höher bewertet?

Arnis Vilks - HHL: Auch im angelsächsischen Bereich gibt es MBAs von sehr unterschiedlicher Qualität und kaum ein Personalchef kennt die Programme im Detail...

DMieter: Sind die Abschlüsse (speziell der MBA) international anerkannt?

Arnis Vilks - HHL: Ja, natürlich! Und unser MBA-Programm ist vom Freistaat Sachsen staatlich anerkannt.

ggerdes: Wie gross ist die MBA-Gruppe?

Arnis Vilks - HHL: Maximal 25 Studierende in der ersten Gruppe.

Globo: Leipzig klingt wie Paderborn - hinfahren, Studium abreißen und nichts wie weg. Warum keine Grossstadt?

Arnis Vilks - HHL: Leipzig hat fast 500.000 Einwohner! Wieviele hat Paderborn? Im Ernst: Leipzig ist eine wunderbare Metropole mit einem reichhaltigen kulturellen Angebot, pulsierendem Studentenleben, preiswertem Wohnraum in topsanierten Gründerzeitvillen und sehr viel Grünanlagen.

manager-magazin: Nach soviel Begeisterung eine ganz praktische Frage...

BerndL: Gibt es für die Studenten ein eigenes Wohnheim oder muss man sich seine Bleibe selber suchen?

Arnis Vilks - HHL: Die Bleibe muss man sich schon selbst suchen. Aber das ist in Leipzig überhaupt kein Problem...

Tobi: Wieviele Semester im Voraus zum geplanten Studienbeginn kann man sich an der HHL bewerben?

Arnis Vilks - HHL: Es macht kaum Sinn, sich eher als ein Semester vor Abschluss des Grundstudiums zu bewerben, denn wir müssen über ausreichend viele Noten verfügen, um über eine Einladung zum Aufnahmetag entscheiden zu können.

Ines: Was für Aufgaben werden im Aufnahmetest der HHL gestellt, wie kann ich mich vorbereiten?

Arnis Vilks - HHL: Am Aufnahmetag werden nur Gespräche geführt und ein Kurzreferat zu einem kurzfristig gestellten Thema gehalten und beurteilt. Vorher muss der GMAT abgelegt werden. GMAT=Graduate Management Admission Test, ein international üblicher Test für ein Management-Studium. Info unter: www.gmat.org 

willem: Ist es möglich, den Aufnahmetest zu wiederholen, sollte ich beim ersten Versuch scheitern?

Arnis Vilks - HHL: Im allgemeinen nicht. Da müssten schon ganz spezielle Gründe vorliegen. Aber wir möchten jeden Bewerber individuell beurteilen.

Tobi: Überdurchschnittliches Vordiplom - ist das Ermessenssache (je nach Uni, an der es erworben wurde), sollte es grundsätzlich nur ins Gesamtbild des Bewerbers passen oder gibt es fixe Schranken?

Arnis Vilks - HHL: Es gibt keine fixen Schranken. Aber: ein für die jeweilige Herkunftsuni überdurchschnittliches Vordiplom sollte es schon sein.

willem: Der MBA an der HHL ist neu. Haben denn die Professoren schon an anderen Universitäten damit Erfahrungen gesammelt?

Arnis Vilks - HHL: Ja natürlich! Professor Gert Assmus Ph.D., der Leiter des MBA-Programmes hat 30 Jahre Lehrerfahrung an der Tuck School am Dartmouth College in Hanover/NH, weitere Gastdozenten kommen von renommierten internationalen Business Schools.

Wie sehen Umfeld und Bedingungen an der HHL aus