"Meine Zeit ist zu Ende" Yahoo-Interimschef Levinsohn geht

Ross Levinsohn verlässt Yahoo. Der Manager hatte den Konzern als Interimschef durch eine schwere Zeit geführt. Die neue Chefin Mayer lobt Levinsohn in höchsten Tönen, halten kann sie ihn aber nicht.
Viel Bewegung: Carol Bartz, Scott Thompson, Ross Levinsohn (Bild) und jetzt Marissa Mayer - der Internetkonzern Yahoo hat in der jüngsten Vergangenheit viele Chefs gehabt

Viel Bewegung: Carol Bartz, Scott Thompson, Ross Levinsohn (Bild) und jetzt Marissa Mayer - der Internetkonzern Yahoo hat in der jüngsten Vergangenheit viele Chefs gehabt

Foto: Getty Images

Sunnyvale - Dieser Abgang bei Yahoo  war absehbar: Nachdem die Internetfirma in der Google-Managerin Marissa Mayer eine neue Chefin gefunden hat, verlässt Interimschef Ross Levinsohn das Unternehmen. Er war selbst als Kandidat für die dauerhafte Besetzung des Postens gehandelt worden.

"Meine Zeit bei Yahoo ist zu Ende", erklärte Levinsohn in einer E-Mail an Freunde und Kollegen, aus der die "New York Times" und das "Wall Street Journal" zitierten. Yahoo sei eine klasse Marke, betonte er. "Dieses Unternehmen zu führen, gehört zu den besten Erfahrungen in meiner Karriere. Aber es ist an der Zeit für mich, eine neue Herausforderung zu suchen."

An diesem Dienstag (31. Juli) ist Levinsohns letzter Arbeitstag, wie Yahoo mitteilte. Levinsohn ist seit knapp zwei Jahren im Unternehmen und leitete das wichtige Mediengeschäft. Mitte Mai hatte er die Konzernleitung kommissarisch übernommen, nachdem der bisherige Chef Scott Thompson wegen eines geschönten Lebenslaufs Hals über Kopf gehen musste.

Levinsohn legte in seiner kurzen Amtszeit nicht nur einen Patentstreit mit Facebook bei, den sein Vorgänger vom Zaun gebrochen hatte. Stattdessen band Levinsohn die beiden Internetfirmen durch eine erweiterte Partnerschaft enger aneinander. Er besiegelte auch den Verkauf von Anteilen an der chinesischen Internetplattform Alibaba, wodurch Yahoo 7,1 Milliarden Dollar zuflossen.

Neue Yahoo-Chefin Mayer ist voll des Lobes

Marissa Mayer dankte Levinsohn in einer E-Mail an die Mitarbeiter, die über das Technologieblog "All Things Digital" den Weg an die Öffentlichkeit fand: Er habe einen "fantastischen Job" als Übergangschef gemacht. "Er hat wirklich dabei geholfen, dass das Unternehmen vorwärts kommt. Er hat wichtige Deals abgeschlossen. Und er hat ein sehr talentiertes Team versammelt."

Wo Levinsohn hingeht, ist offen. Fest steht nur: Er kann auch eine Weile ohne Job gut überleben. Er bekommt zu seinem Abschied neben Yahoo-Aktien unter anderem ein volles Jahresgehalt samt Barbonus. Alleine sein Grundgehalt lag im vergangenen Jahr bei 700.000 Dollar. Insgesamt bekam er 2011 ein Gehaltspaket im Volumen von 12 Millionen Dollar.

Erst vor zwei Wochen war Marissa Mayer zur Chefin von Yahoo berufen worden. Sie war zuvor eines der bekanntesten Gesichter von Google. Die 37-Jährige muss nun den lahmenden Internet-Pionier wieder in Schwung bringen. Yahoo hat im wichtigen Werbegeschäft Boden gegen Google und Facebook verloren. Deswegen läuft unter anderem ein Sparprogramm, dem 2000 der vormals 14.000 Yahoo-Mitarbeiter zum Opfer fallen.

rei/dpa
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