Montag, 16. September 2019

Quartalsbilanz Apple enttäuscht die Anleger

Geschlagene Konzerne: Die Apple-Opfer
DPA

Der Börsenstar enttäuscht seine Fans: Apple hat im abgelaufenen Quartal rund 26 Millionen iPhones verkauft. Kurz vor dem erwarteten Modellwechsel verkaufte sich das iPhone damit schlechter als von Analysten erwartet. Die Aktie gibt deutlich nach.

Cupertino - Während Konsumenten auf die neueste Version von Apples Verkaufshit iPhone warten, leidet die Bilanz des erfolgsverwöhnten Computerbauers. Am Dienstag nach US-Börsenschluss gab Apple Börsen-Chart zeigen für Börsianer enttäuschende Zahlen bekannt. Es war erst das zweite der letzten 39 Quartalsbilanzen, in dem Apple die Erwartungen der Wall Street unterbot.

Der Konzern steigerte Einnahmen und Gewinn um mehr als 20 Prozent auf 35 Milliarden Dollar, respektive 8,8 Milliarden Dollar. Wall-Street-Analysten hatten weit mehr erwartet, die Aktie fiel um 5 Prozent.

Das Wachstum des Absatzes des erfolgreichen Smartphones iPhone schwächte sich stark ab. Statt 35 Millionen wie im Vorquartal, verkaufte Apple nur noch 26 Millionen der Geräte. Analysten hatten mit einem Absatz von 29 Millionen iPhones gerechnet. Mehr Kunden als erwartet hatten den Kauf eines neuen Geräts vor der Einführung des neuen iPhone 5 im Herbst offenbar aufgeschoben.

Apple verweist auf iPhone 5 Gerüchte - und auf die Euro-Krise

In einem Konferenzgespräch mit Analysten gab Apple die Schuld für die schwachen Zahlen iPhone-5-Gerüchten, aber auch schwachen Zahlen im kriselnden Europa, unter anderem in Deutschland.

Apple-Chef Tim Cook erklärte, auch sein Unternehmen spüre die Schuldenkrise in Europa: Die Verkäufe in Griechenland, Italien und Frankreich seien "besonders schlecht", die in Deutschland hätten um weniger als zehn Prozent zugenommen. "Glücklicherweise stellen sich diese Probleme in den USA und in China nicht. In Lateinamerika seien die Verkäufe "fast schon schockierend" stark gewachsen.

Dennoch sei es kein wirklich schlechtes Quartal gewesen, sagte Carolina Milanesi, Analystin des Marktforschers Gartner. Apple überstehe die schwierige Situation besser als andere Hersteller und stehe grundsätzlich immer noch sehr gut da.

Starke Absatzzahlen in China

Starke Zahlen präsentierte Apple in China, wo sich die iPhone-Verkäufe verdoppelten, und beim Verkauf des Tablet-Computers iPad. 84 Prozent mehr als im Vorjahr wurde Apple los, insgesamt 17 Millionen Geräte.

Vermehrt eingesetzt werden iPhones und iPads laut Apple Börsen-Chart zeigen in Firmen. Der Absatz von iPhones habe sich verdoppelt, der Einsatz von iPads gar verdreifacht, sagte der Vorstandsvorsitzende Tim Cook Analysten.

Das Geschäft mit MacBooks zog nur marginal an. Vier Millionen Geräte verkaufte Apple, ein Anstieg von rund 2 Prozent. Doch die erneuerte Laptop-Familie kam erst gegen Ende des Quartals auf den Markt, "ob sie ein Hit sind, zeigt sich erst im nächsten Quartal", sagte Analystin Milanesi.

Apple gab am Dienstag bekannt, dass das neue Betriebssystem für Dekstops und Laptops, genannt Berglöwe (Mountain Lion), ab Mittwoch zum Download bereit stehe.

107 Milliarden Dollar Cash-Reserve

Wenig Beachtung wurde der riesigen Menge an Bargeld geschenkt, über die das Unternehmen verfügt. Apple konnte die Reserve um sieben Milliarden auf 107 Milliarden Dollar vergrößern. "Keine Ahnung, was sie damit vorhaben", sagte Milanesi.

Die Verkäufe des iPad und des iPhone nahmen zwar weiter zweistellig zu - die Raten waren aber weniger hoch als noch im Vorquartal. Apple verkaufte im Frühjahrsquartal 26 Millionen iPhones und damit 28 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Von Januar bis März hatte die Steigerungsrate aber noch 88 Prozent betragen. Vom iPad verkaufte Apple 17 Millionen Stück, ein Anstieg um 84 Prozent. Im Winterquartal hatte dieser Zuwachs aber noch 151 Prozent betragen.

Übersicht: Die Apple-Opfer

la/dapd/afp

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