Sonntag, 26. Januar 2020

Apple meldet Zahlen Appgefahren

Geschlagene Konzerne: Die Apple-Opfer
DPA

Das iPhone wurde nicht nur zum Erfolg für Apple, es legte den Grundstein für eine neue Art des Wirtschaftens: Der App-Ökonomie. Nicht alle haben vom Siegeszug des Smartphones aus Cupertino profitiert.

Als Steve Jobs 2007 das iPhone auf den Markt brachte, erntete er von der Konkurrenz Häme. Microsoft-Chef Steve Ballmer etwa machte sich lustig, kein Mensch werde über 500 Dollar für ein Handy ausgeben wollen. Fünf Jahre nach Verkaufsstart steht fest: Das iPhone wurde nicht nur zum Erfolg für Apple, es legte den Grundstein für eine neue Art des Wirtschaftens: Der App-Ökonomie.

Das iPhone allein brachte Apple Börsen-Chart zeigen im Schnitt 100 Milliarden Dollar Erlöse ein - pro Jahr. Damit spielt die Apple-Handy-Sparte mehr Geld ein als viele Konzerne rund um den Globus insgesamt einnehmen . Mit einem Börsenwert von derzeit rund 560 Milliarden Dollar ist Apple zur Zeit das wertvollste Unternehmen der Welt.

Rund 10 Milliarden Dollar Quartalsgewinn erwartet

Vor Bekanntgabe der Quartalszahlen am Dienstag (24. Juli) nach Börsenschluss in den USA sind die Erwartungen an Apple erneut hoch. Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Quartalsgewinn von rund 10 Milliarden Dollar - so viel hatte der Konzern in den Monaten April bis Juni zuvor noch nie verdient.

Entscheidend wird sein, wie viele iPhones der Konzern im abgelaufenen Quartal verkauft hat. Einigkeit besteht unter Analysten darüber, dass es weniger Verkäufe sein werden als die 35 Millionen im vorangegangenen Quartal - die Schätzungen liegen im Schnitt bei rund 29 Millionen Stück. Da das iPhone der mit Abschied wichtigste Erlösbringer für Apple ist, können hier schon kleine Abweichungen den Unterschied ausmachen.

46 Millionen Apps - pro Tag

Nicht nur Apple alleine profitiert von seinem Erlös-Turbo. 46 Millionen Apps werden im Schnitt pro Tag im Appstore runtergeladen, die App-Ökonomie hat sich damit zu einer der am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweige überhaupt entwickelt.

Dahinter stehen nicht nur tausende neuer Unternehmen und Arbeitsplätze, selbst Millionäre gebiert die App-Wirtschaft im Schnelldurchgang. So zahlte Facebook Börsen-Chart zeigen -Chef Mark Zuckerberg im April eine Milliarde Dollar für die Foto-App Instagram, ein erst zwei Jahre altes Start-up mit 15 Mitarbeitern und keinem Profit. Instagrams Pfründe: 30 Millionen Nutzer, die allein das iPhone generiert hatte.

Und die Profiteure sitzen nicht nur im Silicon Valley. Auch der Aufstieg der Angry Birds aus Finnland, das erfolgreichste Handy-Spiel aller Zeiten, wäre ohne das iPhone wohl kaum denkbar gewesen.

Welchen Unternehmen die App-Entwickler mächtig zusetzen

Die App-Entwickler setzen oft genug einst stolzen Unternehmen mächtig zu: So gehört die Kostenlos-SMS-App WhatsApp Monat für Monat zu den meistgeladenen Software-Stückchen im Appstore. Telekommunikationsanbietern wie der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen brechen so ganze Marktsegmente über Nacht weg wie das enorm profitable SMS-Geschäft.

Am stärksten aber hat der Aufstieg des iPhone die direkten Konkurrenten, die Gerätehersteller, geschwächt. Manche von ihnen wurden gar komplett hinweggefegt ( siehe Übersicht: Die Apple-Opfer )

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