Montag, 23. September 2019

Neuausrichtung Microsoft greift wieder an

Microsoft Office 2013: Per Hand und Maus in die Cloud
AFP

Microsoft gibt sich kampflustig wie lange nicht mehr: Ein neues Betriebssystem, ein neues Office-Paket und ein eigenes Tablet sollen den weltgrößten Softwarekonzern in die Zukunft führen. Der Neuausrichtung fallen bisherige Geschäftsfelder zum Opfer.

Hamburg - Es war ein merkwürdiger Moment des Triumphes, den Microsofts COO Kevin Turner Ende vergangener Woche auf der Partnerkonferenz des größten Softwarekonzerns der Welt genoss. Den 16.000 Besuchern im Air Canada Centre in Toronto spielte Turner auf einer großen Leinwand ein wackeliges Video vor. Es hatte zuvor auf Youtube die Runde gemacht.

In dem Video lag ein iPhone des Konkurrenten Apple Börsen-Chart zeigen auf dem Tisch. Und eine männliche Stimme fragte: "What's the best smartphone ever?" Die iPhone-Stimme Siri antwortete: "Checking my sources", um dann zu laden und zu rechnen. Wenige Sekunden später gab es die Antwort: "I found this for you", sagte Siri und präsentierte auf dem iPhone-Display ein Datenblatt des Nokia Lumia 900. Jenes Windows-betriebene Gerät, das Microsoft Börsen-Chart zeigen gemeinsam mit dem finnischen Handy-Hersteller entwickelt hat.

Die Lacher hatte Turner für einen Moment auf seiner Seite. Doch schon sein Kommentar - "Das ist das lustigste, was ich je gehört habe" - zeigt, wie es um Microsoft steht. Denn welche Antwort hätte Siri geben sollen, um nicht lustig zu wirken?

Zumindest die Konsumenten glauben, die Antwort zu kennen. Denn die Lumia-Handys liegen trotz hohen Werbeaufwands und extrem reduzierter Preise wie Blei in den Verkaufsregalen. Nokia geht es mittlerweile so schlecht, dass die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Microsoft-Partners kürzlich auf Ramschstatus eingestuft hat.

Ein Rückschlag unter vielen

Für den Weltkonzern aus Seattle, der im Schatten seiner Umsatzgiganten, dem Betriebssystem Windows (19 Milliarden Dollar) und dem Bürosoftwarepaket Office (22,2 Milliarden Dollar), in den Achtziger und Neunziger Jahren ein Geschäftsfeld nach dem anderen aufrollte, ist dieser Rückschlag indes nur einer unter vielen, die der Konzern in den vergangenen Jahren hinnehmen musste.

Denn die Geschäfte mit Smartphones und flachen Tablet-Rechnern, die Werbemilliarden im Netz, der Verkauf digitalisierter Inhalte wie Musik, Videos und Bücher, diese Geschäfte machen derzeit andere: allen voran Amazon Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen, Google Börsen-Chart zeigen und Facebook Börsen-Chart zeigen.

Die Abschreibung über 6,2 Milliarden Dollar, die Microsoft Börsen-Chart zeigen Anfang Juli für seinen 2007 übernommenen Online-Werbevermarkter aQuantive verkündete, spricht für sich. Sie kostet den Konzern voraussichtlich mehr als den kompletten Quartalsgewinn, der laut Schätzungen bei rund 5,2 Milliarden Dollar liegen dürfte. Microsoft gibt seine Quartalsergebnisse heute nach Börsenschluss bekannt.

Für Microsoft kommen dabei inzwischen zwei grundsätzliche Probleme zusammen.

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