Montag, 22. April 2019

Stagnierende Geschäfte Yahoo empfängt Mayer mit schwacher Bilanz

Marissa Mayer: Die ehemalige Google.Managerin erwartet im Oktober ihr erstes Kind

Die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer steht vor einer schweren Aufgabe: Im zweiten Quartal sind Gewinn und Umsatz des Konzerns erneut zurück gegangen, wenn auch nur leicht. Wie die ehemalige Google-Managerin das Interneturgestein wieder auf Kurs bringen will, ist bisher unklar.

Sunnyvale - Der Umsatz sei von April bis Juni um ein Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar (997 Millionen Dollar) zurück gegangen, teilte Yahoo mit. Der Gewinn sei um 4 Prozent auf unter dem Strich 227 Millionen Dollar gesunken. Das lag an hohen Aufwendungen für den Umbau der Firma, den der ehemalige Yahoo-Chef Scott Thompson angestoßen hatte. Insgesamt 2000 von vormals 14.000 Arbeitsplätzen fallen weg.

Am Dienstag übernahm die bisher für Googles Kartendienste zuständige Marissa Mayer bei Yahoo das Ruder. Die 37-Jährige bringt jede Menge Erfahrung im Internetgeschäft mit und gute Kontakte. Mayer hatte vor 13 Jahren gleich nach ihrem Informatikstudium bei Google angefangen und wurde das weibliche Gesicht des Suchmaschinenbetreibers. Sie half mit, aus einem Start-up den heutigen Internetriesen zu formen. Am Montag kündigte sie vollkommen überraschend. Im Oktober erwartet sie ihr erstes Kind.

Yahoo Börsen-Chart zeigen macht die starke Konkurrenz von Google Börsen-Chart zeigen und Facebook Börsen-Chart zeigen im Onlinewerbegeschäft zu schaffen. Das ist die Haupteinnahmequelle. Die Frage ist nun: Wie will die bisherige Google-Spitzenmanagerin Mayer das schwächelnde Unternehmen wieder auf die Beine kriegen? Sie wurde bislang wenig konkret.

Dritter Chef innerhalb eines Jahres

Auch die Analysten erfuhren in der Telefonkonferenz zur Zwischenbilanz nichts Neues. "Weil dies Melissas erster Tag ist, wird sie nicht an dieser Telefonkonferenz teilnehmen", sagte Finanzchef Tim Morse. Die Analysten müssten sich mit ihren Fragen rund um die Strategie noch etwas gedulden. "Ich bin sicher, dass Sie bald von ihr hören werden."

Yahoo hat schwierige Zeiten hinter sich: Einst stand das Unternehmen als Synonym für das Internet, doch dann kamen neue Spieler wie Google oder Facebook. Viele Nutzer wandten sich ab, gleiches galt für die Werbekunden. Erschwerend kamen interne Querelen hinzu. Yahoo-Mitbegründer Jerry Yang zog sich im Januar von allen Ämtern bei Yahoo zurück. Mariassa Mayer ist der vierte Chef binnen eines Jahres.

Carol Bartz wurde wegen Erfolglosigkeit vom CEO-Posten gefeuert, ihr Nachfolger Scott Thompson stolperte über einen falschen Titel in seinem Lebenslauf. Immerhin schaffte er es aber, den Abwärtstrend zu stoppen. Zuletzt lagen sowohl die Einnahmen aus grafischen Werbeanzeigen wie auch aus bezahlten Suchtreffern in etwa auf der Höhe des Vorjahreszeitraums. Seit Mai lenkte Spartenchef Ross Levinsohn kommissarisch das Unternehmen.

mg/dpa

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