Montag, 18. November 2019

Carlos Slim Milliardär erhöht KPN-Anteil auf 21 Prozent

Im Angriffsmodus: Milliardär Carlos Slim

Der Kampf wird erbitterter: Hollands Telefonfirma KPN hat hinnehmen müssen, dass der Milliardär Carlos Slim seinen KPN-Anteil auf 21 Prozent aufgestockt hat. Damit wird für KPN der Verkauf der Deutschland-Tochter E-Plus drängender, um Bares für den eigenen Abwehrkampf zu erhalten.

Amsterdam - Im Abwehrkampf gegen den ungebetenen Milliardär Carlos Slim hat der niederländische Telekom-Konzern KPN einen Rückschlag erlitten. Der von dem mexikanischen Investor kontrollierte Mobilfunkkonzern America Movil sicherte sich am Donnerstag nach eigenen Angaben die Kontrolle über knapp 21 Prozent an KPN.

Damit stockte Slim seine Beteiligung binnen eines Tages von 8,7 Prozent an dem niederländischen Ex-Monopolisten auf. Der Mexikaner will seinen Anteil an KPN noch auf bis zu 27,7 Prozent ausbauen. KPN ist die Offerte von acht Euro je Aktie zu niedrig. Der Konzern hatte seinen Aktionären empfohlen, das 3,25 Milliarden Dollar schwere Angebot auszuschlagen.

Mit einem Teilausstieg bei der deutschen Tochter E-Plus wollte KPN eigentlich den Investor abschütteln, der groß bei den Niederländern einsteigen will. E-Plus ist die Cash-Cow von KPN - ohne die Deutschland-Tochter wäre der Konzern für Slim viel weniger attraktiv.

KPN Börsen-Chart zeigen hatte den Börsengang seiner Deutschland-Tochter angekündigt. Auch eine Fusion mit der kleineren Telefonica-Tochter O2 war geprüft, aber verworfen worden. Die spanische Telefonica Börsen-Chart zeigen selbst braucht zwar Bares, um die immensen Schulden senken zu können; auch Telefonica hatte deshalb zuvor angekündigt, über den Teilbörsengang seiner eigenen Deutschland-Tochter O2 nachzudenken. Aber die Fusion der beiden, der Düsseldorfer E-Plus und Münchens O2, der Nummer drei und Nummer vier auf dem hiesigen Handymarkt, wäre auch aus Wettbewerbsgründen problematisch geworden.

Beide Unternehmen zusammen würden auf mehr Kunden als der aktuelle Deutschland-Marktführer Vodafone kommen - und in vielen europäischen Staaten hatte sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass weniger als vier Konkurrenten auf dem Telekommarkt zu einem höheren Preisniveau führen. Deutschlands Wettbewerbshüter hatten deshalb direkt Warnungen ausgesprochen, als die Fusionsverhandlungen zwischen E-Plus und O2 bekannt geworden waren. Gestern hatte KPN dann daszumindest vorläufige Ende der Gespräche eingeräumt.

Der deutsche Mobilfunkmarkt ist durch die Zwangslage der ausländischen Mütter großer hiesiger Mobilfunkanbieter, KPN für E-Plus und Telefonica für O2, in Bewegung geraten. Beide benötigen ihre profitablen Deutschland-Töchter als Verkaufsmasse, um sich selbst zu schützen.

kst/rtr

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