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"Forbes"-Liste: Die reichsten Menschen der Welt

Foto: HENRY ROMERO/ REUTERS

Telekom Austria Milliardär Slim mischt in Wien mit

Der reichste Mann der Welt rollt Europas Telekommunikationsmarkt auf. Nach der niederländischen KPN ist laut einem Pressebericht auch die Telekom Austria ins Visier von Carlos Slim und seiner América Móvil geraten. In beiden Konzernen trifft der Mexikaner jedoch auf Widerstand.

Wien - Der mexikanische Milliardär Carlos Slim will einem Bericht zufolge in großem Stil bei der Telekom Austria einsteigen. Im Visier hat er dabei das rund 20-prozentige Aktienpaket des Großaktionärs Ronny Pecik, berichtete das Magazin "News" am Dienstag auf seiner Internetseite. Die Telekom-Aktie legte an der Wiener Börse daraufhin in der Spitze um bis zu 10 Prozent auf acht Euro zu.

Slim - laut US-Magazin "Forbes" der reichste Mann der Welt - sei über seinen Mobilfunkkonzern América Móvil  bereits mit rund 4,1 Prozent bei der Telekom Austria  eingestiegen. Diese Aktien wolle Slim in eine Beteiligungsgesellschaft einbringen, in die auch Pecik sein Aktienpaket stecken soll. Slim biete ihm dafür 9,50 Euro je Anteilsschein. An der gemeinsamen Gesellschaft, die dann auf knapp 25 Prozent aller Telekom-Aktien komme, solle Slim 80 Prozent halten und Pecik über seine Stiftung die restlichen 20 Prozent.

Noch sei der Deal aber nicht in trockenen Tüchern: Der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris streube sich dagegen. Er trat als Geldgeber für den Einstieg von Pecik bei der Telekom auf und wolle den Anteil dem Bericht zufolge lieber an die norwegische Telenor  verkaufen.

Die Telekom Austria weiß offiziell nichts von der Beteiligung, die unterhalb der Meldeschwelle von 5 Prozent liegt. Die österreichische Staatsholding ÖIAG, die mit gut 28 Prozent größter Aktionär des Telekom-Konzerns ist und mit der die Pläne laut "News" abgestimmt sind, bezeichnete den Bericht als "Marktgerücht".

Carlos Slim ist in Europa kein Unbekannter: Er ist bereits Großaktionär beim niederländischen Mobilfunkanbieter KPN  und will seinen Anteil dort auf bis zu 27,7 Prozent ausbauen. Allerdings stößt er damit auf wenig Gegenliebe bei den Niederländern, die die Offerte von América Móvil als zu niedrig bezeichnet hatten und nun mit dem Verkauf von Beteiligungen wie der deutschen Mobilfunktochter E-Plus antworten. Slims Konzern ist bisher kaum in Europa präsent, hat allerdings in Lateinamerika bereits alle Märkte erfolgreich abgegrast.

ak/rtr