Research in Motion Blackberry-Hersteller warnt erneut vor Verlust

Verlust, Absatzeinbruch und Stellenabbau: Bei Research in Motion ist auch im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres keine Besserung in Sicht. Investmentbanker sollen RIM-Chef Thorsten Heins nun dabei helfen, den Blackberry-Hersteller wieder auf Kurs zu bringen.
Der aus Deutschland stammende RIM-Chef Heins setzt große Hoffnungen auf das neue Betriebssystem Blackberry 10

Der aus Deutschland stammende RIM-Chef Heins setzt große Hoffnungen auf das neue Betriebssystem Blackberry 10

Foto: Reinhold Matay/ AP

Waterloo - Der Konzern dürfte auch im ersten Geschäftsquartal einen Verlust einfahren, teilte Research in Motion (RIM) mit. "Unsere finanzielle Lage wird auch in den kommenden Quartalen herausfordernd bleiben", warnte der aus Deutschland stammende Konzernchef Thorsten Heins. Nachbörslich brach die ohnehin gebeutelte Aktie um 8 Prozent ein.

Früher waren die multifunktionalen Blackberry-Handys eine Goldgrube. Doch die Zeiten sind vorbei. RIM hatte bereits im vergangenen Quartal Geld verloren. Grund sind rückläufige Verkäufe und der Preisdruck, der auf den Blackberrys lastet. Selbst viele frühere Stammkunden aus der Unternehmenswelt, die einst große Stücke auf Blackberrys E-Mail-Dienst hielten, greifen mittlerweile lieber zu einem Smartphone der Konkurrenz.

RIM  versucht, mit einem Sparprogramm die Auswirkungen einzudämmen. Dabei würden auch Stellen wegfallen, erklärte Heins, ohne allerdings eine Zahl zu nennen. In einem Medienbericht war jüngst von 2000 gefährdeten Jobs die Rede.

Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen fieberhaft daran, sein neues Betriebssystem Blackberry 10 auf den Markt zu bringen. Eine Vorabversion wurde auf der RIM-Entwicklermesse Anfang des Monats gezeigt. Von dem neuen Betriebssystem verspricht sich das Unternehmen, verlorenen Boden gutzumachen. Blackberry 10 soll gegen Ende des Kalenderjahres erscheinen.

RIM holt sich Hilfe

Angesichts der schwierigen Lage hat sich RIM die Hilfe von JP Morgan Chase  und der Royal Bank of Canada  geholt, wie das Unternehmen nun enthüllte. Die Banker sollen dabei helfen, RIM wieder in die Spur zu bringen - möglicherweise auch durch Kooperationen. Selbst über einen Verkauf war zuletzt immer wieder spekuliert worden. Dabei fiel an der Börse etwa der Name von Facebook  als möglicher Käufer. Medienberichten zufolge arbeitet das soziale Netzwerk gerade an einem eigenen Smartphone.

Die frühere RIM-Spitze hatte den Trend zu berührungsempfindlichen Bildschirmen verschlafen und lange auf eine Tastatur gesetzt. Zudem hinken die Blackberrys in Sachen Multimedia dem iPhone und den Android-Smartphones hinterher. Konzernchef Heins soll es nun richten. Er wird am 28. Juni Näheres zum Umbau bekanntgeben. Dann legt das Unternehmen seine Zahlen für das erste Geschäftsquartal vor, das am Samstag endet.

Thorsten Heins hatte im Frühjahr das Ruder bei RIM übernommen, nachdem die beiden Firmengründer auf Druck der Aktionäre den Rückzug angetreten hatten. Die Aktie ist binnen eines Jahres von mehr als 40 Dollar auf nachbörslich noch gute zehn Dollar gefallen. Heins ist seit 2007 bei RIM. Er hatte Karriere in der früheren Kommunikationssparte von Siemens gemacht.

mg/dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.