Montag, 20. Mai 2019

Studie Internetfirmen verdrängen Telefonkonzerne

Geschlagene Konzerne: Die Apple-Opfer
DPA

Die fortschreitende Digitalisierung wirbelt die Kommunikationsbranche durcheinander. Internetfirmen und Softwarehäuser setzen klassischen Telefonkonzernen und Serviceprovidern immer stärker zu, wie eine Analyse zeigt.

Berlin/München - Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) sind einer neuen Analyse zufolge derzeit dramatischen Marktverschiebungen ausgesetzt und müssen um ihre Geschäftsmodelle bangen. Vor allem klassische und eher regional agierende IT-Serviceprovider und Telekommunikationsunternehmen müssten teilweise massiv mit Software- und Internetunternehmen um Marktanteile ringen, teilte Booz & Company am Montag mit. Das Beratungsunternehmen hat erstmals die 50 größten Unternehmen der Branche auf Innovationskraft und Wachstumspotenzial hin untersucht.

Durch die fortschreitende Digitalisierung würden sich traditionelle Geschäftsbereiche immer häufiger überlappen und die Branchengrenzen in einem "gnadenlosen Verdrängungswettbewerb" wegbrechen, hieß es. Anbieter wie Apple Börsen-Chart zeigen und Google Börsen-Chart zeigen würden etwa mit ihren Tablet-PCs, digitalen Inhalten und Cloud-Services etablierten Playern das Terrain streitig machen.

Vor allem klassische IT-Service-Provider und Telekommunikationsunternehmen steckten vielfach in einer "strukturellen Wachstums-, Innovations- und Ertragskrise". In beiden Branchen würden die Erträge seit fünf Jahren stagnieren.

Auf Platz eins der Liste der Top-50-Unternehmen aus der ICT-Branche sieht Booz & Company den Softwareriesen Microsoft Börsen-Chart zeigen, obwohl der Aktienkurs des Konzerns in den vergangenen fünf Jahre sich leicht abwärts bewegt hat. Auf Platz zwei steht Oracle Börsen-Chart zeigen, gefolgt von IBM Börsen-Chart zeigen, Hewlett-Packard Börsen-Chart zeigen, Cisco Börsen-Chart zeigen und Apple.

Das Walldorfer Softwarehaus SAP Börsen-Chart zeigen auf Platz sieben ist das einzige Unternehmen aus Deutschland, das im Ranking von Booz & Company unter den Top Ten rangiert. Google landet im Gesamtranking auf Platz 32, im "Software"-Ranking liegt der Konzern auf Rang 6.

Die Strategie der letzten Jahre, auf IT-Services und Systemintegration zu setzen, dafür aber eigene Hardware-Angebote abzustoßen, habe im Zeitalter der Digitalisierung seine Berechtigung verloren, so ein Resümee der Marktbeobachter. "Wir erachten vielmehr Anbieter als besonders aussichtsreich, die ein integriertes Lösungs-Ökosystem rund um ein starkes Hard- oder Software-Kernangebot sowie dafür maßgeschneiderte Dienstes und Inhalte offerieren können", sagte Germar Schröder, Mitglied der Geschäftsleitung von Booz & Company.

Von diesem Geschäftsmodell würden derzeit vor allem Microsoft und Oracle profitieren. IT-Service-Anbieter dagegen hätten mit ihrem klassischen Leistungs- und Altlösungsportfolio das Nachsehen.

Für die Analyse hat Booz & Company die Teilbranchen Hardware, Software, Telekommunikation und IT-Services erstmals gemeinsam untersucht und anhand öffentlich verfügbarer Datenquellen unter anderem die finanzielle Ertrags- und Investitionskraft, das Angebots-Portfolio, die Positionierung in den Wachstumsmärkten und die Vertriebsorientierung analysiert.

nis/dpa-afx

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