Donnerstag, 19. September 2019

Ex-Bertelsmann-Chef Ostrowski investiert in Onlinefirma

Ex-Bertelsmann-Chef Ostrowski war offenbar auch von Burnout betroffen

Wenige Monate nach seinem Ausstieg beim Bertelsmann-Konzern meldet sich der ehemalige Konzernlenker Hartmut Ostrowski wieder zurück. Der 54-Jährige beteiligt sich mit bis zu einer Million Euro an einem Onlinedienstleister für Fachübersetzungen.

Gütersloh/Hamburg - "Ich habe mir schon seit längeren über meinen nächsten Lebensabschnitt Gedanken gemacht", sagte Hartmut Ostrowski. "Schon 2007 habe ich in einem Interview angekündigt, nach meiner Zeit bei Bertelsmann jungen Unternehmern zu helfen."

Im Oktober vergangenen Jahres hatte Ostrowski überraschend seinen Ausstieg beim Gütersloher Medienriesen Bertelsmann angekündigt - aus "persönlichen Gründen", hieß es damals offiziell. Hinter den Kulissen war auch von Burnout die Rede.

"Ich habe mich nicht mehr so fit gefühlt, dass ich gesagt hätte, ich kann den Konzernjob noch fünf Jahre machen", sagte Ostrowski jetzt. "Ob das nun Burnout heißt oder wie auch immer: Ich habe eine persönliche Entscheidung getroffen. Und die war genau richtig für mich."

Der 54-jährige Ostwestfale genießt seine neue Freiheit. Er fühle sich aber zu jung, um ohne Arbeit zu leben. "Ich habe jetzt nicht mehr so einen festen Tagesablauf, so einen Termindruck wie früher."

Der Onlinedienstleister für Fachübersetzungen namens Toptranslation beschäftigt nach eigenen Angaben 41 Mitarbeiter am Standort Hamburg. Ostrowski will sich nicht mit der Rolle als Geldgeber begnügen. Er werde auch das Management beraten. Neben Toptranslation halte er noch zwei weitere Beteiligungen, sagte Ostrowski.

mg/dpa-afx

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