Dienstag, 26. Mai 2020

Nach Instagram-Übernahme Facebook startet eigene Kamera-App

Facebook Camera: Das soziale Netzwerk macht sich mit der App selbst Konkurrenz, sollte die Übernahme von Instagram gelingen
SPIEGEL ONLINE
Facebook Camera: Das soziale Netzwerk macht sich mit der App selbst Konkurrenz, sollte die Übernahme von Instagram gelingen

Die Aufregung um den verpatzten Börsengang hat sich noch nicht gelegt, da versucht Facebook mit einem eigenen Fotodienst zu punkten. Die Anwendung ähnelt sehr der von Instagram - dem Unternehmen, dessen Übernahme Facebook erst vor kurzem angekündigt hat.

New York - Die Anwendung Facebook Camera sei vorerst nur für das iPhone von Apple verfügbar, teilte Facebook mit. Der Dienst erlaube es Nutzern, Einzelaufnahmen und auch große Mengen von Fotos einfacher und schneller zu verwalten als bisher. Auch sei es mit Facebook Camera einfacher, sich Aufnahmen von Freunden anzusehen.

Ähnlich wie beim kürzlich gekauften Dienst Instagram soll Facebook Camera seinen Nutzern auch die Bearbeitung von Fotos erlauben. Mit dem Dienst wappnet sich Facebook gegen Konkurrenz von ähnlichen Diensten wie von Google oder dem erfolgreichen neuen Anbieter Pinterest - macht sich aber durch die Übernahme von Instagram nun auch selbst Konkurrenz.

Facebook hatte im April den Handy-Fotodienst Instagram für eine Milliarde Dollar gekauft. Mit dem kostenlosen Programm können per Smartphone geschossene Fotos bearbeitet und anschließend auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. Dort zählt das Teilen von Bildern mit anderen Nutzern zu einer der Hauptaktivitäten. Instagram wurde bislang über 30 Millionen Mal auf Apple-Geräte heruntergeladen. Auch auf Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android entwickelte sich das Programm rasch zum Erfolg.

Die Ankündigung von Facebook Camera kommt wenige Tage nach dem verpatzten Börsengang des sozialen Netzwerkes. Der Kurs der Aktie war in den Tagen nach der Ausgabe abgestürzt, erholte sich zuletzt aber etwas. Kritiker werfen Facebook vor, dem Unternehmen fehle es an einer klaren Strategie, wie es aus der Nutzung des Dienstes durch Onlineanwender Kapital schlagen kann. Facebook verdient einen großen Teil seines Geldes mit personalisierter Werbung.

mg/afp

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