Freitag, 6. Dezember 2019

Für 4,3 Milliarden Dollar SAP will US-Cloud-Firma Ariba kaufen

Firmenzentrale des Softwarehauses SAP in Walldorf: Neue Übernahme in den USA

Der ewige Kampf zwischen SAP und Oracle geht in eine neue Runde. Die Deutschen schlagen im Stammland von Oracle-Chef Larry Ellison zu und wollen den US-Cloud-Spezialisten Ariba für 4,3 Milliarden Dollar kaufen. Der Ariba-Verwaltungsrat hat bereits grünes Licht gegeben.

New York - Der Softwarekonzern SAP geht mit einer weiteren Milliardenübernahme in den USA in die Offensive. Die Walldorfer teilten am Dienstagabend mit, das an der Computerbörse Nasdaq gelistete Unternehmen Ariba zu einem Unternehmenswert von rund 4,3 Milliarden Dollar zu übernehmen. Der Preis der Ariba-Aktien schoss daraufhin um knapp 20 Prozent in die Höhe und erreichte so nahezu den von SAP gebotenen Preis von 45 Dollar je Ariba-Aktie.

Beim Cloud-Computing steckt die Software nicht mehr im Rechner, sondern wird über das Internet heruntergeladen und ist jederzeit auf dem PC, dem Laptop oder dem Handy verfügbar. Der Bereich gilt als Boom-Markt, und die Übernahmeschlacht um Cloud-Entwickler ist voll entbrannt: SAP Börsen-Chart zeigen schluckte zuletzt das US-Unternehmen Success Factors für mehr als drei Milliarden Dollar, Erzrivale Oracle Börsen-Chart zeigen konterte mit dem Kauf von Taleo für knapp zwei Milliarden Dollar.

SAP-Co-Chef Bill McDermott hatte eigentlich nach dem Kauf von Success Factors betont, dass keine großen Akquisitionen im Cloud-Geschäft mehr geplant seien.

Branchenexperten lobten die geplante Übernahme in ersten Reaktionen. Analyst Richard Williams von Cross Research hält den Kaufpreis für eher niedrig und hält daher ein Gegengebot für wahrscheinlich. Kirk Materne von Evercore dagegegen bezeichnete den Preis als fair. Ariba scheine gut zur neuen Cloud-Strategie von SAP zu passen, sagte er.

Laut SAP ist Ariba ist der führende Anbieter Cloud-basierter Handelsnetzwerke. SAP will seine breite Kundenbasis mit dem Käufer-Verkäufer-Kollaborationsnetzwerk von Ariba verschmelzen und so neue, Cloud-basierte Modelle der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen schaffen. Das Unternehmen aus Sunnyvale im US-Bundesstaat Kalifornien beschäftigt rund 2600 Mitarbeiter und steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent auf 444 Millionen Dollar.

Die Übernahme soll im dritten Quartal 2012 abgeschlossen werden und sich voraussichtlich ab 2013 positiv auf den Non-IFRS-Gewinn pro SAP-Aktie auswirken. Der Ariba-Verwaltungsrat habe der Übernahme bereits einstimmig zugestimmt. SAP will die Übernahme mit liquiden Mitteln sowie mit einem Kredit über 2,4 Milliarden Euro finanzieren.

kst/afp/dpa-afx

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