Samstag, 21. September 2019

Nach Rekordverlust Sony-Chef will Smartphone-Weltmarktführer werden

Sony-Chef Kazuo Hirai: "Sony wird sich wandeln"

Der neue Sony-Chef Kazuo Hirai will rund 10.000 Stellen streichen und Sony neu ausrichten. Der Konzern plane im lukrativen Geschäft mit Medizintechnik mitzumischen und darüber hinaus Weltmarktführer bei Mobiltelefonen werden.

Tokio - Der japanische Elektrokonzern Sony will sich mit einem strikten Sparkurs sanieren. Mit einem Abbau von rund 10.000 Stellen, Einschnitten im Fernsehergeschäft und dem Einstieg in die Medizintechnik will der neue Konzernchef Kazuo Hirai die Trendwende schaffen. "Sony wird sich wandeln", sagte er in Tokio. "Sony war immer eine Firma mit Unternehmergeist, daran wird sich nichts ändern."

Hirai steht vor einer Herkulesaufgabe. Seit vier Jahren schreibt Sony Verluste, allein im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Ende März erreichte der Fehlbetrag fast fünf Milliarden Euro. Sein langjähriger Vorgänger Howard Stringer hatte den Niedergang des japanischen Vorzeigeunternehmens im Ringen mit aufstrebenden Rivalen wie Apple Börsen-Chart zeigen und Samsung Börsen-Chart zeigen nicht stoppen können.

Geht es nach Hirai, der seit 26 Jahren an Bord ist und zuletzt das erfolgreiche Geschäft mit Spielekonsolen führte, soll mit den roten Zahlen schnell Schluss sein. Die Sanierung werde allerdings im laufenden Geschäftsjahr gut 700 Millionen Euro kosten, kündigte er an.

Aus dem seit Langem miserabel laufenden Geschäft mit Fernsehern will Hirai entgegen Analystenforderungen allerdings nicht aussteigen. Die TV-Sparte solle im kommenden Geschäftsjahr ab April 2013 ihre Fixkosten um 60 Prozent senken, die Betriebskosten um knapp ein Drittel.

Hirai kündigt ehrgeizige Ziele an

Hirai kündigte auf einer überfüllten Pressekonferenz auch ehrgeizige Ziele an. So soll sein Haus Weltmarktführer bei Mobiltelefonen werden. Bislang spielt Sony, dass sein Handygeschäft bis vor kurzem gemeinsam mit der schwedischen Ericsson Börsen-Chart zeigen betrieben hat, in dem Segment praktisch keine Rolle mehr. Selbst der heimische Konkurrent Sharp Börsen-Chart zeigen, der seinerseits mit Verlusten kämpft, schneidet auf dem Heimatmarkt für Mobiltelefone besser ab als der einstige Pionier der Unterhaltungselektronik.

Zudem will Hirai den schwankenden Riesen verstärkt auf Geschäftsfelder abseits der klassischen Unterhaltungselektronik ausrichten. Mit Medizintechnik wollen die Japaner bis 2014/15 knapp eine halbe Milliarde Euro einnehmen. Dafür wollen sie auch auf Einkaufstour gehen. Sony suche nach Übernahmemöglichkeiten auf dem Gebiet. Der renditeträchtige Markt mit Klinik- und Praxisausrüstung ist allerdings von mächtigen Konkurrenten beherrscht. Siemens Börsen-Chart zeigen, General Electric Börsen-Chart zeigen, Philips Börsen-Chart zeigen und Toshiba Börsen-Chart zeigen dominieren das Geschäft mit den Ärzten und Krankenhauschefs.

Sonys Probleme stehen symptomatisch für den Niedergang der Branche im Land der aufgehenden Sonne. "Die japanische Unterhaltungselektronikindustrie steht vor einer Niederlage", urteilte Analyst Fujio Ando im Vorfeld. Sony Börsen-Chart zeigen, Sharp Börsen-Chart zeigen und Panasonic Börsen-Chart zeigen kommen zusammen auf einen Jahresverlust von gut 16 Milliarden Euro. Die Unternehmen leiden unter dem starken Yen, schwacher Inlandsnachfrage und einem knallharten Wettbewerb.

Wie sich die Gewichte in der Branche weltweit verschoben haben, zeigt auch die Entwicklung des Börsenwerts von Sony. Samsungs Bewertung ist zehn Mal so hoch wie die der Japaner. Der Konkurrent Apple, mit dessen Kauf Sony Anfang der 90er Jahre liebäugelte, ist am Aktienmarkt inzwischen 30 Mal so teuer.

krk/rtr

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