Dienstag, 25. Juni 2019

Blackberry-Hersteller RIM läuft die Zeit davon

RIM-Chef Thorsten Heins: Der Ex-Siemens-Manager soll es richten

RIM droht der Bedeutungsverlust. Rivalen, Pannen und Flops haben zum Abstieg beigetragen. Thorsten Heins, seit Januar Chef des Unternehmens, braucht Zeit für den Umschwung - doch die hat der Blackberry-Hersteller nicht.

Hamburg - Die Jahreszahlen, die der deutsche RIM-Chef Thorsten Heins am späten Donnerstagabend in den USA präsentiert hat, dürften den wenigsten Analysten gefallen. Für Heins ist das eigentlich nichts, worüber er sich die Haare raufen müsste, trägt er doch erst seit Ende Januar die Verantwortung beim Blackberry-Herrsteller Research in Motion (RIM).

Und glaubt man den Aussagen, die der 54-jährige Münchener den Analysten und Journalisten zu seinem Amtsantritt in den Block diktierte, besteht auch gar kein Grund zur Sorge. "Drastische Veränderungen", sagte der RIM-Chef, seien nicht nötig. Eine solche Aussage ist zumindest gewagt. Genauso wie der Satz: "Ich bin überzeugt, dass wir mittelfristig einer der drei größten Spieler im Mobilfunkmarkt werden können, wenn wir unser Geschäft weiter so gut machen."

Doch die einstigen Stärken der Blackberrys - lange Batterielaufzeiten, Sicherheit, fingerfreundliche Tastatur, mobiler E-Mail-Abgleich - wurden als solche viel zu lange nur noch am Unternehmenssitz im kanadischen Waterloo wahrgenommen. Für Touch-Displays, dem schnellen Surfen im Internet oder gar Apps erntete die Konkurrenz, allen voran Apple, nur Kopfschütteln von den Kanadiern.

Noch im Herbst 2010 bezeichnete Jim Balsillie, Ex-Co-Chef von RIM, Apps als "Modeerscheinung". Man brauche keine Youtube-App, um die Youtube-Website aufzurufen, sagte er auf einer Entwicklerkonferenz. Zu diesem Zeitpunkt war das iPhone schon drei Jahre am Markt.

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung