Dienstag, 18. Februar 2020

Software AG "Wir spielen technologisch an vorderster Front mit"

Stand der Software AG auf der Computermesse Cebit: "Die Geisteshaltung zählt"

Anders als SAP hat die Software AG 2011 die Erwartungen enttäuscht. Zur Cebit erklärt Technik-Chef Wolfram Jost im Gespräch mit manager magazin, warum die Darmstädter sich jetzt mit US-Unternehmen verknüpfen und welches Potenzial er im Internet der Dinge sieht.

mm: Das große Thema auf der Cebit 2012 ist Cloud Computing - wieder einmal. Wie will sich die Software AG aus der Masse der Anbieter herausheben, wenn es darum geht, Rechenleistungen und Softwaredienste in die virtuelle Datenwolke zu verlagern?

Wolfram Jost: Wir fangen bei dem Thema ja nicht bei Null an, sondern verfolgen seit Langem einen evolutionären Ansatz. Unsere Technologie kann in beiden Welten gleichermaßen angewendet werden, sowohl auf dem Rechner des Kunden als auch in der Cloud. Das heißt, die Software selbst ist immer die gleiche, gewisse Funktionen müssen lediglich ein- oder ausgeblendet werden, je nachdem, wie der Kunde sie nutzt. Die Plattform, die wir zur Cebit vorstellen, hebt uns deutlich ab.

mm: Während die Konkurrenz von SAP von einem Rekord zum nächsten jagt, hat die Software AG für 2012 nur trübe Aussichten verkündet. Was läuft aus technologischer Sicht falsch?

Jost: Gar nichts. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren durch Akquisitionen und Einstellungen im Bereich Forschung und Entwicklung massiv investiert in neue Technologien. Wir sind auf allen entscheidenden Gebieten bestens aufgestellt, seien es zum Beispiel mobile Geschäftsanwendungen oder die Verwaltung der immer größer werdenden Datenmengen, mit denen Unternehmen inzwischen konfrontiert sind. Unabhängige Institute bescheinigen uns im Übrigen, dass wir technologisch an vorderster Front mitspielen.

mm: Und warum kaufen die Kunden Ihnen das nicht ab? Alles nur eine Frage des Marketings?

Jost: Das vergangene Jahr ist nicht so schlecht gelaufen, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheint. Auf dem Heimatmarkt und in Europa waren wir im Gesamtjahr sehr erfolgreich. Nun müssen wir dafür Sorge tragen, dass sich das Geschäft 2012 gleichmäßig auf das ganze Jahr gut verteilt, und große Ausschläge nach oben wie nach unten nicht mehr vorkommen. Und dass alle Regionen gleichermaßen zum Ergebnis beitragen.

mm: Als Maßnahme gegen den Bedeutungsschwund wollen Sie sich jetzt verstärkt mit innovativen Unternehmen im Silicon Valley vernetzen. Was können deren Entwickler, was deutsche Mitarbeiter nicht können?

Jost: Es geht weniger darum, welche Fähigkeiten die Entwickler dort haben, sondern welche Geisteshaltung jemand mitbringt. Wenn man wie wir international erfolgreich sein will, braucht man im Unternehmen eine gesunde Balance aus verschiedenen Kulturen. Also tun wir gut daran, unsere Präsenz dort zu verstärken.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung