Sonntag, 18. August 2019

Kursrutsch nach Bilanzvorlage Google schockt Investoren

Google-Zentrale in Mountain View: Um die Konkurrenten in Schach zu halten, hat der Internetgigant seine Ausgaben deutlich nach oben geschraubt

Erstmals mehr als zehn Milliarden Dollar Umsatz - und dennoch ein kräftiger Kursrutsch: Anleger zeigen sich von der Google-Bilanz enttäuscht. Schließlich sind sie nicht nur starkes Wachstum, sondern auch glänzende Gewinne gewohnt. Doch diesmal haben hohe Kosten den Internetgiganten ausgebremst.

Mountain View - Der Umsatz sei im Schlussquartal 2011 auf 10,6 Milliarden Dollar gestiegen, teilte Google mit. Das ist im Jahresvergleich ein Plus von 25 Prozent und das erste Mal, dass Googles Quartalserlöse über zehn Milliarden Dollar liegen.

Dennoch reagierten Investoren enttäuscht, die Aktie Börsen-Chart zeigen rutschte nachbörslich um mehr als 9 Prozent ab. Denn die Kosten schossen um rund ein Drittel hoch und bremsten das Gewinnwachstum. So lag der Überschuss nur noch bei 2,71 Milliarden Dollar, nach 2,54 Milliarden Dollar im Vorquartal.

Binnen eines Jahres wuchsen die Ausgaben von 2,51 auf 3,38 Milliarden Dollar. Allein die Investitionen in Rechenzentren und andere Infrastruktur kosteten 951 Millionen Dollar. Zudem hat Google seine Personalkapazitäten weiter aufgestockt. Innerhalb von drei Monaten hat der Konzern mehr als 1000 neue Mitarbeiter eingestellt. So arbeiten derzeit 32.470 Menschen bei Google.

Gewinn überwiegend aus den Anzeigen

Viel Geld pumpte der Internetriese auch in die Entwicklung seines Onlinenetzwerks Google+ und des Smartphone-Betriebssystems Android, um seine Konkurrenten Facebook und Apple Börsen-Chart zeigen in Schach zu halten. Mit Google+ hinkt der Konzern seinem Rivalen allerdings noch weit hinterher. Das im Sommer gestartete Onlinenetzwerk hat Konzernchef Larry Page zufolge inzwischen 90 Millionen Mitglieder, mehr als 50 Millionen nutzen es täglich. Marktführer Facebook dagegen hat mehr als 800 Millionen Mitglieder.

Bei Android sieht es dagegen besser aus: Die Software ist das meistgenutzte Smartphone-Betriebssystem. Im Gegensatz zu Apples iPhone-Software läuft das System auf den Geräten verschiedener Hersteller. Insgesamt seien aktuell 250 Millionen Android-Geräte im Umlauf, erklärte Page.

Den Großteil seines Geldes verdient Google nach wie vor mit Werbung im Umfeld der Internetsuche. Solche Anzeigen wurden ein Drittel öfter angeklickt als im vierten Quartal 2010. Googles durchschnittlicher Verdienst pro angeklickte Werbeanzeige sank allerdings um 8 Prozent.

Im gesamten Jahr steigerte Google den Umsatz um 29,2 Prozent auf 37,9 Milliarden Dollar und den Gewinn um 14,5 Prozent auf 9,74 Milliarden.

mg/dpa-afx

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