Umsatzwarnung Motorola verkauft weniger Handys

Kurz vor der Übernahme durch Google schwächelt der Handyhersteller Motorola. Der zunehmende Wettbewerb und steigende Kosten für Patentstreitigkeiten machen dem US-Konzern zu schaffen. Die Zahl der ausgelieferten Geräte schrumpfte im vierten Quartal mit seinem wichtigen Weihnachtsgeschäft.
Weniger Absatz: Im Weihnachtsgeschäft konnte Motorola nicht punkten.

Weniger Absatz: Im Weihnachtsgeschäft konnte Motorola nicht punkten.

New York - Motorola Mobility sprach am Freitag für das vierte Quartal eine Umsatzwarnung aus. Nach vorläufigen Zahlen auf Non-Gaap-Basis erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 3,4 Milliarden Dollar.

Damit verfehlt der Konzern die Erwartungen an der Wall Street. Analysten kalkulieren im Durchschnitt mit 3,88 Milliarden Dollar. Das Schlussquartal ist wegen des lukrativen Weihnachtsgeschäfts in der Regel der verkaufsstärkste Zeitraum im Jahr.

Die Zahl der ausgelieferten mobilen Geräte schrumpfte im vierten Quartal von 11,3 auf 10,5 Millionen. Der Rückgang wurde allerdings dadurch etwas abgefedert, dass darunter 5,3 Millionen der besonders profitablen Smartphones waren nach 4,9 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Zudem konnte das zweite Standbein mit Set-Top-Boxen fürs Kabelfernsehen leicht zulegen. Zum Nettogewinn machte das Unternehmen keine Angaben. Nachbörslich fiel die Aktie  leicht.

Wettbewerbshüter prüfen Übernahme

Die Profitabilität dürfte "moderat" ausfallen, teilte das Unternehmen weiter mit. Als weiteren Belastungsfaktor nannte Motorola gestiegene Kosten für Rechtstreitigkeiten im Zusammenhang mit gewerblichen Schutzrechten. Seine endgültigen Zahlen will Motorola am 26. Januar vorlegen.

Mitte August hatte der US-Internetgigant Google  angekündigt, Motorola für 12,5 Milliarden Dollar schlucken zu wollen. Der Konzern will mit dem größten Zukauf in seiner Geschichte seine Stellung im Mobilfunkmarkt stärken, wo das Unternehmen bislang hauptsächlich als Anbieter des Betriebssystems Android vertreten ist. Die Transaktion soll nach Motorola-Angaben Anfang 2012 unter Dach und Fach gebracht werden.

Die Übernahme sollte eigentlich zum Jahreswechsel in trockenen Tüchern sein, doch die Wettbewerbshüter prüfen den Deal sehr akribisch, da Google dadurch seine Stellung im Smartphone-Geschäft weiter ausbauen würde. Android-Handys sind beliebter als Apples iPhone. Die Aktionäre haben das Geschäft bereits abgesegnet.

mh/reuters/dpa
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