Blackberry-Hersteller RIM schockt Anleger mit Absatzwarnung

Der Blackberry-Hersteller Research in Motion fällt weiter hinter seine Konkurrenten im Smartphone-Markt zurück: Nun warnt das Unternehmen vor einem weiteren Absatzeinbruch, ein neues Modell kommt verspätet auf den Markt - und der Aktienkurs sackt nochmals ab.
Blackberry-Nutzer: Die Geräte mutieren schön langsam zu Ladenhütern

Blackberry-Nutzer: Die Geräte mutieren schön langsam zu Ladenhütern

Foto: SCOTT OLSON/ AFP

Toronto - Die einst so beliebten Blackberry-Handys entwickeln sich zu Ladenhütern. Hersteller Research in Motion (RIM)  fürchtet, dass die Auslieferungen im gerade begonnenen vierten Geschäftsquartal auf 11 Millionen bis 12 Millionen Stück einbrechen werden. Im Vorjahreszeitraum waren noch annähernd 15 Millionen der E-Mail-Maschinen rausgegangen. Doch Apples iPhone und Smartphones mit Googles Betriebssystem Android nehmen den Blackberrys zunehmend Marktanteile ab.

Zudem räumte RIM eine deutliche Verzögerung bezüglich der Markteinführung seines erwarteten neuen Smartphones ein. Für das geplante Modell Blackberry 10 würden hochkomplexe Chips benötigt, die erst Mitte 2012 zur Verfügung stünden, sagte Co-Vorstand Mike Lazaridis am Donnerstag in einer Konferenzschaltung. Das für die Zukunft des Unternehmens maßgebliche Produkt könne daher erst ab Ende des kommenden Jahres ausgeliefert werden.

Nach diesem trüben Ausblick fiel die Aktie am Donnerstag nachbörslich um 7 Prozent auf ein neues Jahrestief von 14 Dollar. Die beiden Konzernchefs Jim Balsillie and Mike Lazaridis baten ihre Aktionäre um Geduld: Es werde einige Zeit dauern, bis sich RIM neu aufgestellt habe, erklärten sie am Firmensitz im kanadischen Waterloo.

Im dritten Geschäftsquartal, das im November endete, waren die Verkäufe im Jahresvergleich leicht auf 14,1 Millionen geschrumpft. Der Umsatz ging um 6 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (4,0 Milliarden Euro) zurück.

In den USA hat RIM nur mehr 10 Prozent Marktanteil

Angesichts der harten Konkurrenz durch das iPhone und anderer Smartphones mit Googles Android-Software rechnet RIM auch für das laufende Quartal mit einem Rückgang der Verkaufszahlen. In den USA ist der Anteil des Unternehmens am Smartphone-Markt von 44 Prozent im Jahr 2009 auf nur noch 10 Prozent im laufenden Jahr gesunken.

Zuletzt hatten sich die Flops gehäuft: Ein tagelanger Ausfall der E-Mail-Systeme führte zu großem Frust bei den annähernd 75 Millionen Blackberry-Nutzern. Und der als iPad-Rivale geplante Tabletcomputer Playbook fand zu seinem Ursprungspreis von 500 Dollar kaum Käufer. Erst dank Angeboten in den USA von 199 Dollar konnten am Ende im Quartal zumindest 150 000 Playbooks losgeschlagen werden. Der Wertverlust drückte allerdings den Konzerngewinn um 71 Prozent auf unterm Strich 265 Millionen Dollar.

wed/dpa-afx/dapd

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