Vertu Nokia will sich von Luxustochter trennen

Per Tastendruck persönliche Betreuung in allen Lebenslagen - die Nokia-Tochter Vertu hat es auf die gut betuchten Handynutzer abgesehen. Nun prüft der angeschlagene finnische Konzern offenbar den Verkauf der Luxusfirma.
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Foto: epa Sergei Chirikov/ picture-alliance/ dpa

London - Durch den Verkauf von Vertu könnte Nokia mehr als 500 Millionen Euro einnehmen, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Nokia habe die US-Investmentbank Goldman Sachs mit dem Verkauf beauftragt.

Der Prozess stehe zwar noch ganz am Anfang, allerdings hätten bereits Finanzinvestoren Interesse an Vertu bekundet, sagte eine mit dem Unternehmen vertraute Person der Zeitung. Sprecher von Nokia  und Goldman Sachs wollten dem Blatt keinen Kommentar geben. Der Umsatz von Vertu wird auf 200 bis 300 Millionen Euro geschätzt.

Nokia hatte Vertu 1998 gegründet, um in den lukrativen Markt für Luxushandys einzusteigen. Die handgefertigten Geräte können Preise von mehr als 200.000 Pfund (234.000 Euro) erreichen. In der Regel werden sie aus Edelmetallen und Saphiren gefertigt.

Über eine spezielle Taste erreichen die Nutzer eines Vertu-Handys ein ganzes Team von Lifestyle-Managern und persönlichen Betreuern, dass ihnen in allen Lebenslagen beisteht. Die Sparte mit eigenständiger Führung gehört nicht mehr zum Kerngeschäft von Nokia.

Der jahrelange Branchenprimus Nokia ist zuletzt ins Hintertreffen geraten und musste vor allem im Hochpreissegment anderen Anbietern wie Apple  den Vortritt lassen. Dank Preiskürzungen und neuen Modellen kämpfte sich Nokia im abgelaufenen Quartal wieder in die Gewinnzone zurück.

mg/dpa-afx/rtr
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