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Weltmarke vor dem Aus: Die Protagonisten des Olympus-Skandals

Foto: TOBY MELVILLE/ REUTERS

Bilanzskandal Olympus-Vorstand tritt zurück

Die Führung des Kameraherstellers Olympus zieht Konsequenzen aus dem Bilanzskandal. Der gesamte Vorstand tritt im kommenden Jahr geschlossen zurück. Olympus muss jetzt um sein Überleben kämpfen.

Tokio - Olympus-Präsident Shuichi Takayama sagte am Mittwoch, der gesamte Vorstand werde ausscheiden, sobald die Ergebnisse für das zweite Quartal übermittelt und die in Misskredit geratene Firma wieder auf den Weg gebracht worden sei. Eine außerordentliche Aktionärsversammlung könnte bereits für Ende Februar angesetzt werden.

Takayama zufolge ist dies der früheste Termin für einen Rücktritt des Managements. Er räumte zugleich ein, dass die finanzielle Lage der Firma angespannt sei und der Verkauf von Geschäftsteilen oder eine Kooperation mit einem anderen Unternehmen nötig sein könnten.

Zugleich teilte Olympus  mit, Direktor Makoto Nakatsuka habe die Führungsmannschaft bereits verlassen. Damit ist er der Dritte Top-Manager, der seit Bekanntwerden des Bilanzskandals ausscheidet. Am Tag zuvor hatte eine unabhängige Untersuchungskommission bereits den Austausch der Führungskräfte gefordert, die von den illegalen Machenschaften wussten.

Zwei hochrangigen ehemaligen Managern wird vorgeworfen, vorsätzlich Verluste von 1,3 Milliarden Euro verschleiert zu haben. Zudem kritisierten die Experten in ihrem Bericht die externen Wirtschaftsprüfer. Nur durch Unterstützung von Außen sei es möglich gewesen, seit 1998 Verluste aus Wertpapiergeschäften als Kosten für Beratungen und Firmenzukäufen auszuweisen. Die Experten forderten daher juristische Konsequenzen. Olympus setzte am Mittwoch eine Kommission ein, um rechtliche Schritte zu prüfen. Auch die Rolle der Rechnungsprüfer werde untersucht.

Olympus muss in seinem Kampf ums Überleben noch mehrere Hürden nehmen: Zunächst muss das Unternehmen bis kommende Woche die Zahlen für das Ende September abgelaufene Halbjahr vorlegen. Selbst wenn der Konzern die Frist einhalten kann, könnte das Traditionsunternehmen das Börsenlistung in Tokio wegen falscher Veröffentlichungen noch verlieren.

Zugleich zeichnet sich ein Machtkampf zwischen dem früheren Konzernchef Michael Woodford, der den Skandal im Oktober selbst ans Licht gebracht und daraufhin seinen Posten verloren hatte, sowie dem neuen Firmenchef Takayama ab. Takayama möchte eine eigene Liste mit Kandidaten für Vorstandsposten vorlegen, während Woodford selbst wieder ins Amt strebt.

rei/reuters
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