Mittwoch, 23. Oktober 2019

Internetblase Facebook weckt Angst vor neuem Börsen-Hype

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Hohe Bewertung für das soziale Netzwerk

2. Teil: Wer die Blase fürchtet, schafft sie

Die Anzeichen sind da, die Ausgangssituation ist ähnlich, aber eben nicht die Gleiche. So passt der Vergleich der aktuellen Situation von Carlota Perez, Forscherin und Buchautorin, mit der einer industriellen Revolution sehr gut. Sie ist überzeugt, dass Branchenriesen wie Google oder Apple durch Unternehmenskäufe den Markt regulieren werden. Denn im Gegensatz zu spekulativen Investoren bewerten diese nach dem Wert des Unternehmens für die Konkurrenz. Doch wie sieht der ehemalige Chef eines der größten Technologieunternehmens der heutigen Zeit die Lage? Eric Schmidt, der im April 2011 den Posten als Google-Lenker abgab, widmet sein Interesse einer etwaigen Blase erst dann, wenn Medien wie die New York Times oder das Wall Street Journal darüber berichten - dies ist bereits geschehen.

Schmidt ist davon überzeugt, dass der wahre Wert der gehandelten Aktien erst dann sicher bestimmt werden kann, wenn schon eine ausreichende Anzahl am Markt gehandelt wird - also noch kein Grund zur Sorge? Eric Schmidt sieht sich selbst, wie er sagt, nicht als brillanten Investor. Dennoch ist es ihm bis 2011 gelungen Google so erfolgreich zu führen, dass die Aktie bis heute nicht unter ihrem Wert am Ausgabetage gehandelt wurde. Ob es eine Blase ist oder nicht, wird sich seiner Einschätzung nach erst 2012 zeigen.

Da klingt die Theorie des deutschstämmigen Unternehmers Peter Thiel, der 1998 den Grundstein für die Gründung von PayPal legte, welches er 2002 an die Börse brachte, besser - zumindest für den Aktienmarkt - nicht für das amerikanische Bildungssystem. Er sieht keine neue Blase in der Net Economy, vielmehr sieht er eine Investmentblase im amerikanischen Bildungssystem. Thiel galt schon 2000 als einer der wenigen Tech-Entrepreneure mit Weitblick, der die Blase hat kommen sehen - und sie erfolgreich überstanden hat. Er ist überzeugt, dass es sich bei einer neuen Blase um ein hausgemachtes Problem handelt, in dem amerikanische Familien in die Bildung ihres Nachwuchses investieren ohne sich heute noch sicher sein zu können, dass dieses Investment sich auszahlt.

Sollte es eine Blase geben, so geht er davon aus, dass diese Blase von denen geschaffen wird, die sie auch befürchten. Er sieht eine Gefahr in der Überbewertung von elitären Universitäten, die den wirtschaftlichen Nachwuchs der USA sicherstellen sollen. Es sei angemerkt, dass Peter Thiel bereits 2004 in Facebook investiert hat und 5,1 Prozent Anteil an dem Unternehmen hält.

Der Ausgang ist also offen und es bleibt abzuwarten, ob die Erwartungen an die Bewertungen mit Substanz untermauert werden können. Am Ende ist nur eines Gewiss: Stetig ist eben nur der Wandel - und in der IT-Branche ist dieser eben schneller und oftmals anders als man denkt.

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