Deutsche Telekom Verkauf von T-Mobile USA vor dem Aus

AT&T bereitet sich offenbar auf ein Scheitern der Übernahme von T-Mobile USA vor und will im vierten Quartal milliardenschwere Rückstellungen bilden. Zeitgleich versuchen AT&T und die Deutsche Telekom mit einem Strategiewechsel die Behörden doch noch von dem Deal zu überzeugen.
Logo der Deutschen Telekom: Antrag auf Genehmigung des Deals zurückgezogen

Logo der Deutschen Telekom: Antrag auf Genehmigung des Deals zurückgezogen

Foto: ddp

Dallas - AT&T habe den Antrag auf Genehmigung des 39 Milliarden Dollar schweren Kaufs von T-Mobile USA bei der US-Telekommunikationsaufsicht FCC zurückgezogen, teilte das Unternehmen mit. Erst wolle sich der Konzern um die Zustimmung des Justizministeriums kümmern und sich in einem zweiten Schritt an die FCC wenden.

AT&T und die Deutsche Telekom  geben sich dennoch zuversichtlich, die Transaktion durchzubringen. "Wir arbeiten weiter daran, die Genehmigung zu erhalten", sagte ein Telekom-Sprecher. "Auf ein Scheitern bereiten wir uns nicht vor."

Angesichts des Widerstandes in beiden Behörden nimmt AT&T im vierten Quartal zudem Rückstellungen in Höhe von vier Milliarden Dollar vor. Damit will der US-Konzern Vorsorge für den Fall treffen, dass die Transaktion platzt und die Telekom in den Genuss einer Entschädigung in Höhe von sechs Milliarden Dollar in bar und in Mobilfunkfrequenzen kommt.

Gegenwind für den 39 Milliarden Dollar schweren Deal bläst AT&T im ganzen Land entgegen. AT&T stiege mit dem T-Mobile-Kauf zur unangefochtenen Nummer eins auf dem US-Mobilfunkmarkt auf. Als landesweit vertretene Konkurrenten blieben nur noch Verizon  und Sprint Nextel  übrig. Die restlichen Mobilfunkanbieter sind nur regional tätig.

Im Februar beginnt die Gerichtsverhandlung

In der Politik bildete sich deshalb Widerstand. Aber auch die beiden einschlägigen Behörden, das Kartellamt und der Telekomregulierer FCC haben eindeutig Position gegen den Kauf bezogen. "Wir wollen das Geschäft blockieren, um den Wettbewerb zu sichern", sagte James Cole vom Justizministerium in Washington. Mit T-Mobile würde ein Spieler vom Markt verschwinden, der durch seine aggressiven Angebote geholfen habe, die Preise niedrig zu halten.

AT&T hingegen argumentiert, dass die Fusion mehr Effizienz und bessere Dienste mit sich bringen werde, vor allem in ländlichen Gebieten der USA. Zudem will das Unternehmen neue Jobs schaffen. Es werde auch nicht zu Preiserhöhungen kommen, und T-Mobile sei keine Konkurrenz, weswegen sich der Zusammenschluss auch nicht auf den Markt auswirken werde, so AT&T.

Die beiden Parteien treffen sich im Februar vor Gericht. Das Justizministerium verklagte vor zwei Monaten AT&T wegen Verstoßes gegen das US-Wettbewerbsrecht. Diese Woche folgte der Chef der FCC mit einem Frontalangriff gegen den Milliardendeal. Er hatte beantragt, dass die geplante Übernahme von einem Richter der Behörde angehört wird. Eine Anhörung kann sich auf sechs bis zwölf Monate ausdehnen.

Sollte der Verkauf scheitern, wäre das eine herbe Niederlage für die Telekom. Der im März angekündigte Deal war mit großer Erleichterung am Markt aufgenommen worden. Schließlich würde sich die Telekom mit dem Verkauf von T-Mobile USA eines Sorgenfalls entledigen. Die Deutschen hatten es versäumt, ihr Netz auszubauen und können bis heute das beliebte iPhone-Handy von Apple nicht anbieten. Deswegen sprangen reihenweise Kunden ab.

Die Investitionen, die nötig wären, um das US-Geschäft dauerhaft auf die Beine zu bringen, könnte der hochverschuldete Konzern kaum leisten. Was der Telekom in den USA blüht - sollte der Verkauf scheitern - ist ein langes Dahinsiechen, da sind sich Experten einig.

mg/dpa-afx/rtr
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