SAP Beschäftigte an der Grenze der Belastbarkeit

Die Mitarbeiter des Softwarekonzerns SAP zollen dem wirtschaftlichen Aufschwung hohen Tribut. Wie eine interne Mitarbeiterbefragung offenbart, sieht sich das Gros der SAP-Entwickler aufgrund von andauernden Umstrukturierungen an der Grenze der Belastbarkeit angekommen.
Von Astrid Maier
Hauptsitz der SAP in Walldorf bei Heidelberg: Beschäftigte fühlen sich unter Druck

Hauptsitz der SAP in Walldorf bei Heidelberg: Beschäftigte fühlen sich unter Druck

Foto: dapd

Hamburg - Die Mitarbeiter des Softwarekonzerns SAP zollen dem wirtschaftlichen Aufschwung hohen Tribut. Wie eine interne Mitarbeiterbefragung, die dem manager magazin vorliegt, offenbart, sieht sich das Gros der SAP-Entwickler aufgrund von andauernden Umstrukturierungen an der Grenze der Belastbarkeit angekommen. Vielen Beschäftigten des Traditionskonzerns sei der Sinn ihrer Arbeit abhanden gekommen, berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 18. November).

In der Studie, die Anfang Dezember intern vorgestellt werden soll, beklagen mehr als die Hälfte (52 Prozent) der rund 2900 Befragten aus verschiedenen Entwicklungsabteilungen, Arbeitspensum und Stress hätten sie "an die Grenze der Belastbarkeit getrieben". Für 59 Prozent hat die Arbeitsbelastung in den vergangenen sechs Monaten zugenommen. Die Werte haben sich im Vergleich zu einer ähnlichen Studie aus dem Vorjahr zudem verschlechtert.

Hintergrund für den zunehmenden Stress bei der Arbeit ist der größte Umbau in der SAP-Konzerngeschichte. Das "Lean"-Programm sollte mehr Nähe zu den Klienten und mehr Tempo bringen. Doch auch im zweiten Jahr nach der Einführung beklagen die Beschäftigten, die Maßnahme sei nur unzureichend umgesetzt worden.

SAP bestätigte die Ergebnisse und wies darauf hin, man müsse das "Augenmerk stärker auf die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter in der Entwicklung richten". Entsprechende Schritte seien eingeleitet worden, um die "Eigenverantwortung der Entwicklerteams" zu stärken und "mehr individuellen Gestaltungsraum" zu schaffen, sagte eine Unternehmenssprecherin.

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