Konkurrenz für iTunes Google eröffnet Musikportal

Der Internetkonzern Google macht seinen eigenen Online-Musikladen auf: Google Music. Nach langen Verhandlungen haben große Plattenfirmen ihre Musikrechte für Android-Geräte zur Verfügung gestellt. Die Marktführer Apple und Amazon herauszufordern, wird aber schwierig.
Jetzt musizieren sie auch noch: Android-Smartphone mit Google-Seite

Jetzt musizieren sie auch noch: Android-Smartphone mit Google-Seite

Foto: TRUTH LEEM/ REUTERS

Los Angeles - Kunden in den USA können ab sofort Lieder im Android Market kaufen. Damit tritt der Internetkonzern in direkte Konkurrenz zu Apple  mit seinem erfolgreich iTunes-Musikladen. Als Besonderheit können Google-Nutzer jedoch ihre Lieder mit ihren Freunden im sozialen Netzwerk Google+ teilen. Um das neue Musikportal bekannter zu machen, können Kunden zunächst einen Song pro Tag umsonst herunterladen. Wann auch deutsche Nutzer in den Genuss des Dienstes kommen, ist unklar.

Google  stellte den seit langem erwarteten Musikshop am Mittwoch in Los Angeles vor. Als Hemmschuh hatten sich die Gespräche mit den Plattenfirmen herausgestellt. Nun hat Google mit Universal Music, EMI und Sony Music drei der vier großen Label im Angebot. Warner Music fehlt bislang, EMI wurde kürzlich aufgeteilt; die Musikrechte übernimmt Sony . Auch etliche kleinere Musikfirmen machen mit. Insgesamt stehen mehr als 13 Millionen Songs zur Verfügung. Zudem können Künstler ihre Lieder selbst hochladen und vermarkten.

Google steigt vergleichsweise spät in den Online-Musikmarkt ein. Der Vorstoß steht in direktem Zusammenhang mit dem Android-Betriebssystem für Smartphones und Tablet-Computer. 200 Millionen der Geräte sind inzwischen in Benutzung, wie Google verkündete. Bislang fehlte aber ein eigener Musikladen, wie ihn Rivale Apple schon lange besitzt.

Der iPhone-Anbieter ist mit seinem 2003 gestarteten iTunes Store der weltgrößte Musikverkäufer und will sich diese Position auch nicht nehmen lassen. Am Montag startete Apple - zunächst ebenfalls nur für die USA - den Cloud-Dienst iTunes Match, mit dem man seine Musik im Netz lagern und von dort abrufen kann. Google bietet seinen Nutzern einen ähnlichen Service an. Ein weiterer großer Spieler in dem Markt ist der Online-Einzelhändler Amazon .

Nach Einschätzung von Analysten dürfte der Verkauf von Musik über das Internet den Umsatz von Google kaum in die Höhe treiben. Allerdings muss der Konzern ihrer Einschätzung nach auf diesem Segment Präsenz zeigen, damit Googles Pläne zur Eroberung des Smartphone-Marktes mit Hilfe des Android-Systems überhaupt eine Chance haben.

ak/dpa-afx/rtr
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