Pessimistischer Ausblick Thailand-Flut bremst Dell

Der Computerkonzern Dell kämpft weiter mit bröckelnden PC-Verkäufen und den Einsparungen vieler Regierungen durch die Schuldenkrise. Auch in Zukunft ist wegen der durch die Thailand-Flut eingebrochenen Festplattenproduktion keine Besserung in Sicht.
Dell-Notebook: Die Kunden greifen lieber zu Tablet-PCs

Dell-Notebook: Die Kunden greifen lieber zu Tablet-PCs

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

San Francisco - Die Überschwemmungen in Thailand bremsen die Geschäfte des US-Computerkonzerns Dell. Weil durch das Hochwasser die Produktion von Festplattenlaufwerken branchenweit beeinträchtigt wird, beurteilt der weltweit Branchendritte die Umsatzchancen für das laufende Jahr inzwischen pessimistischer. Das Management rechnet nun nur noch mit einem Wachstum am unteren Ende der bisherigen Prognose, die bei 1 bis 5 Prozent lag. Die Dell-Aktie  verlor am Dienstag im nachbörslichen Geschäft 2 Prozent.

Im abgelaufenen Quartal stagnierte der Umsatz bei 15,36 Milliarden Dollar und lag damit etwas unter den Markterwartungen. Einbußen gab es im Geschäft mit der öffentlichen Hand, insbesondere in den USA und Europa, wo Konjunkturschwäche und Schuldenprobleme zu größerer Sparsamkeit zwingen. Aber auch beim PC-Verkauf ging der Umsatz deutlich zurück. Das starke Service-, Großrechner- und Netzwerkgeschäfts konnte die Rückgänge zumindest ausgleichen.

Die Erlöse im Firmenkundenbereich legten dagegen zu, da die Unternehmen weiterhin in ihre IT-Umrüstung investierten. Der Konzern-Nettogewinn stieg auf 893 (Vorjahreszeitraum: 822) Millionen Dollar. Sonderposten herausgerechnet übertraf das Ergebnis je Aktie die Prognosen von Analysten.

Dell nur noch Nummer drei der Branche

"Die Engpässe bei Festplattenlaufwerken werden Dell dazu drängen, ein größeres Gewicht auf höherwertige Kunden und Produkte zu legen", sagte Finanzchef Brian Gladden. Konzernchef Michael Dell erklärte, sein Unternehmen werde sich aus weniger profitablen Geschäften zurückziehen.

Dell hat im vergangenen Quartal Marktanteile und damit den Rang des weltweiten Branchenzweiten hinter Hewlett-Packard (HP) an den chinesischen Konkurrenten Lenovo verloren. Der HP-Konzern, der seine Quartalszahlen am 21. November vorlegen will, war zuletzt vor allem mit der Überlegung beschäftigt, ob das PC-Geschäft abgespalten werden soll. Die Pläne wurden schließlich verworfen.

Die Aussichten der Branche trüben sich wegen des Sparkurses vieler Regierungen ein. "Das PC-Geschäft wird im nächsten Jahr schwierig bleiben", sagte Analyst Brian White von Ticonderoga Securities.

mg/rtr
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