Neuer Chairman Apple tritt aus Steve Jobs' Schatten

Einen Monat nach dem Tod von Apple-Mitgründer Steve Jobs hat der Computerkonzern einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Arthur Levinson soll den Konzern künftig kontrollieren, damit wird das Board unabhängiger. Außerdem stärkt Apple seine Verbindungen in die Medienindustrie.
Managerikone: Steve Jobs führte zu Lebzeiten Vorstand und Aufsichtsrat von Apple

Managerikone: Steve Jobs führte zu Lebzeiten Vorstand und Aufsichtsrat von Apple

Foto: REUTERS/ Jonathan Mak

Cupertino (Kalifornien) - Die Neubesetzung gab das Unternehmen am Dienstag in Cupertino bekannt. Der 61-jährige Levinson ist seit langem Mitglied im Aufsichtsrat von Apple. Der Amerikaner ist auch Vorsitzender des Verwaltungsrats des Biotechnologieunternehmens Genentech. Der Posten des Aufsichtsratschefs von Apple war nach Jobs' Tod vakant. Der Unternehmensgründer war im Oktober im Alter von 56 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.

Apple  stärkt seine Verbindungen in die Medienindustrie: In das Direktorium (Board) des iPhone-Herstellers wurde nun Disney-Chef Bob Iger berufen, wie Apple am Dienstag mitteilte. Im Wettlauf mit Rivalen wie Amazon  und Google (Kurswerte anzeigen) bemüht sich der Konzern vermehrt um Medieninhalte und deren Vertrieb. Manche Experten gehen davon aus, dass Apple in den kommenden Jahren einen Anlauf ins TV-Geschäft starten wird.

Weitere Konkurrenz bekommt Apple im Online-Musikvertrieb, den das Unternehmen mit seinem iTunes-Shop dominiert. Laut "Wall Street Journal" wird Google voraussichtlich an diesem Mittwoch ein Konkurrenzprodukt präsentieren, das Lieder von den drei großen Plattenfirmen Sony Music Entertainment, Universal Music und der gerade zerschlagenen EMI anbieten werde.

Disney-Chef Iger hatte enge Kontakte zum jüngst verstorbenen Apple-Mitgründer Steve Jobs. Dieser hatte 1986 das Animationsstudio Pixar übernommen, das 20 Jahre später wiederum von Disney für 7,4 Milliarden Dollar aufgekauft wurde. Jobs hatte sich krankheitshalber als Apple-Chef zurückgezogen und war an die Spitze des Direktoriums gewechselt.

Experten setzen nun darauf, dass das Führungsgremium künftig unabhängiger wird als zu Zeiten des charismatischen Gründers. "Das Direktorium muss aus dem Schatten von Steve Jobs heraustreten", sagte Wirtschaftsprofessor Jim Post von der Boston University School of Management.

ak/dapd/rtr
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