Nach Rekordbilanz Infineon rechnet mit Umsatzknick

Mit einem Milliardengewinn hat Infineon das Geschäftsjahr 2010/2011 abgeschlossen. Allerdings lief es im Schlussquartal für den Halbleiterhersteller schon nicht mehr so rund. Der Ausblick für das neue Geschäftsjahr verschlechtert sich erneut.
Infineon-Chef Bauer: Schraubt die Erwartungen nach unten

Infineon-Chef Bauer: Schraubt die Erwartungen nach unten

Foto: Frank Leonhardt/ dpa

München - Der Halbleiterspezialist Infineon hat trotz eines überraschend schwächeren vierten Quartals im vergangenen Geschäftsjahr Rekordwerte verbucht. Der Münchener Halbleiterhersteller steht allerdings wegen der trüberen Konjunkturaussichten vor einem ungewissen Jahr.

Im jüngst angelaufenen Geschäftsjahr rechnet Infineon  mit einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich und einer Marge für das Segmentergebnis um die 5 Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch in München mitteilte. Im laufenden ersten Quartal dürfte der Umsatz etwa um 10 Prozent schrumpfen und die Marge bei 13 bis 14 Prozent herauskommen. Vor allem bei Industrie- und Sicherheitschips dürften sich die Kunden zurückhalten, während die Autobauer weiter für eine solide Nachfrage sorgen.

Konzernchef Peter Bauer hatte bereits bei der Vorlage der Eckdaten für das Schlussquartal vor wenigen Wochen die Erwartungen für das im Oktober angelaufene erste Quartal des neuen Geschäftsjahrs nach unten geschraubt. 2010/2011 kletterte der Umsatz um 21 Prozent auf knapp 4 Milliarden Euro, wie der Konzern am Mittwoch in München mitteilte.

Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern rund 1,12 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr noch 660 Millionen Euro in den Büchern standen. Dazu trug aber auch der Verkauf des Geschäftsbereichs Mobilfunktechnik bei. Infineon spricht von Rekordzahlen für Umsatz und Segmentergebnis bezogen auf das aktuelle Portfolio.

Infineon hatte nach einer jahrelangen Durststrecke im Geschäftsjahr 2009/2010 erstmals wieder Gewinne geschrieben und das zweite Mal in seiner Geschichte überhaupt eine Dividende gezahlt, 10 Cent je Aktie. Finanzchef Dominik Asam erklärte, auch für das vergangene Jahr werde Gewinn an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Entscheidung falle in der nächsten Woche. Infineon war 1999 aus dem Siemens-Konzern ausgegliedert worden und ging im März 2000 an die Börse.

ak/dpa-afx/rtr
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