Neue Standorte SAP startet Milliardenprojekt in China

Europas größter Softwarehersteller SAP investiert in den nächsten Jahren kräftig in China. Die Zahl der Mitarbeiter in dem Land soll fast verdoppelt werden. Bis zum Jahr 2015 sollen so rund 1,5 Milliarden Euro in das SAP-Geschäft in der aufstrebenden Wirtschaftsmacht fließen.
Verstärktes Investment: SAP will China-Geschäft ausbauen

Verstärktes Investment: SAP will China-Geschäft ausbauen

Foto: DPA

Hamburg - SAP will seine Investitionen in China in den kommenden vier Jahren deutlich erhöhen. Bis zum Jahr 2015 seien in dem wirtschaftlich immer stärker werdenden Land Ausgaben von insgesamt zwei Milliarden Dollar (umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro) geplant, teilte SAP auf einer Kundenmesse in Peking mit. Die Ausgaben würden um insgesamt mehrere hundert Millionen Euro erhöht, um fünf bis sechs neue Niederlassungen zu gründen und rund 2000 neue Mitarbeiter einzustellen.

In China verspreche sich SAP in den kommenden Jahren deutliches Wachstum, da sich immer mehr Unternehmen in China ansiedelten und chinesische Firmen immer stärker auf den Weltmarkt drängten. "China ist einer der Eckpfeiler unserer Wachstumsstrategie 2015", sagte ein SAP-Sprecher. Bis zum Jahr 2015 will SAP seinen Umsatz auf 20 Milliarden Euro hochschrauben und eine operative Rendite von 35 Prozent abliefern. 2010 erwirtschaftete SAP Erlöse von rund 12,5 Milliarden Euro, die operative Marge lag bei 31 Prozent.

In China ist SAP  seit rund 20 Jahren präsent und beschäftigt dort an fünf Standorten rund 2500 Mitarbeiter. Rund 2000 der weltweit 176.000 SAP-Kunden sind im Reich der Mitte ansässig, vor allem kleine Unternehmen und viele Staatsbetriebe. Die Zahl der chinesischen Unternehmen mit Weltgeltung wachse jedoch, begründete SAP seine jüngste Investitionsentscheidung. SAP wolle daher seine Vertriebsmannschaft ausbauen und auch mehr Software in China entwickeln. Auch der Kundenservice werde dort personell verstärkt.

Chinas Wirtschaftsboom hatte sich zuletzt abgekühlt. Die Wirtschaftsleistung der weltweit zweitgrößten Wirtschaftsmacht hinter den USA wuchs im dritten Quartal nur noch um 9,1 Prozent, womit die in den vergangenen Jahren üblichen prozentual zweistelligen Zuwächse außer Reichweite rücken. Für deutsche Schlüsselbranchen wie die Chemie- und die Autoindustrie sowie den Maschinenbau ist China seit längerem einer der Wachstumsmotoren.

kst/rtr/dpa
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