Flutfolgen Festplattenpreise steigen um 80 Prozent

Die Flut in Thailand hat die Lieferketten für Computerteile gestört. Weil die weltweite Produktion von Festplatten um ein Viertel geschrumpft ist, steigen die Preise der Speicherlaufwerke in Deutschland gewaltig. Die Endkunden trifft das bisher aber nicht.
Globales Problem: Überschwemmtes Industriegebiet in Bangkok

Globales Problem: Überschwemmtes Industriegebiet in Bangkok

Foto: Getty Images

Berlin - Das Hochwasser in Thailand hat zu einer massiven Verteuerung von Computer-Festplatten geführt. Seit Anfang September seien die Preise für die Speicherlaufwerke in Deutschland um durchschnittlich 80 Prozent gestiegen, berichtet der Branchenverband Bitkom.

Basis der Angaben ist eine Analyse des Preisvergleichsportals Guenstiger.de für den Verband. Bei der Untersuchung wurden die Preise von 300 Festplattenmodellen im Zeitraum vom 2. September 2011 bis 9. November 2011 in Online-Shops ausgewertet. Betrachtet wurden interne und externe Speicherlaufwerke der Hersteller Hitachi , Samsung , Seagate, Toshiba  und Western Digital, die den Großteil des Marktes ausmachen.

Die Liefersituation bei Festplatten bleibe angespannt, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Die Hersteller arbeiteten intensiv daran, ihre Fabriken wieder in Betrieb zu nehmen und die Produktionskapazitäten an anderen Standorten hochzufahren.

In Thailand werden mehr als ein Drittel aller weltweit hergestellten Computer-Festplatten produziert. Neben den Herstellern der Festplatten selbst sind in Thailand zahlreiche Zulieferbetriebe ansässig, die Komponenten auch an Produktionsstandorte in anderen Ländern liefern. Das Hochwasser hat viele Fabriken unter Wasser gesetzt und beeinträchtigt massiv die Verkehrswege. Nach Schätzungen von Marktforschern werden die Anbieter im vierten Quartal weltweit etwa ein Viertel weniger Festplatten ausliefern als in den Vorquartalen.

Noch unklar ist, wie sich die verringerte Produktion auf die Hersteller von Computern auswirken wird. Jetzt hänge alles davon ab, wie schnell die Festplattenanbieter die Produktion wieder in Gang bringen können, sagte Rohleder. Kurzfristige Preisbewegungen bei Computern erwarte der Bitkom nicht.

"Die Computer für das Weihnachtsgeschäft sind produziert und stehen zur Auslieferung bereit", sagte Rohleder. Zudem sei fraglich, ob die PC-Hersteller angesichts des scharfen Wettbewerbs höhere Bezugspreise für einzelne Komponenten an die Kunden weitergeben können. So sind die Preise für Notebooks nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21 Prozent gesunken.

ak/dapd
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