Gewinnsprung SAP hält Kurs in Richtung Rekordjahr

SAP strotzt vor Zuversicht: Den Konkurrenten luchst der Softwarekonzern Marktanteile ab, die Orderbücher sind gefüllt, die Lizenzerlöse sind hoch wie noch nie. Der Konzern bekräftigt seine Prognose und verspricht ein weiteres Rekordjahr - trotz eingetrübter Konjunkturaussichten.
SAP-Hauptsitz in Walldorf: Von Konjunktureintrübung spürt der Softwarekonzern nichts

SAP-Hauptsitz in Walldorf: Von Konjunktureintrübung spürt der Softwarekonzern nichts

Foto: dapd

Stuttgart - Dank prall gefüllter Auftragsbücher traut sich der Softwarekonzern SAP trotz trüber Konjunkturaussichten 2011 erneut einen Verkaufsrekord zu. Am Jahresende lägen die Software- und Service-Erlöse bei konstanten Wechselkursen wohl 12 bis 14 Prozent über der bisherigen Bestmarke von 9,87 Milliarden Euro aus dem Jahr 2010, bekräftigte der Weltmarktführer für Unternehmens-Software am Mittwoch seine bisherige Prognose.

Die Firmen investierten rund um den Globus weiterhin kräftig in neue Software etwa zur Geschäftsdatenanalyse. SAP  gewinne Marktanteile und lasse seine Konkurrenten Oracle sowie Microsoft weit hinter sich, sagte Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe. "Unsere kundenorientierte Strategie geht auf", zog er Bilanz unter das dritte Quartal, in dem SAP Software-Lizenzen für 841 Millionen Euro verkaufte - so viel wie noch nie in den Sommermonaten.

Vor dem für alle Software-Anbieter entscheidenden Schlussquartal untermauerte SAP seine Zuversicht. Vor allem die neue Datenanalyse-Software Hana finde reißenden Absatz, sagte Co-Vorstandschef Bill McDermott. Seit Jahresbeginn summierten sich diese Verkaufserlöse auf 63 Millionen Euro, binnen der nächsten zwölf Monate könnten es bereits mehr als 600 Millionen Euro sein. "Die Pipeline ist nach wie vor sehr stark und sie wird im vierten Quartal noch wachsen", betonte McDermott.

Er signalisierte damit auch für die kommenden Monate einen anhaltenden Nachfrageboom durch die mehr als 170.000 Kunden. Eine konkrete Geschäftsprognose für 2012 werde erst Ende Januar abgeben, sagte Finanzvorstand Werner Brandt.

Rekord bei Lizenz- und Serviceerlösen in Sicht

Im dritten Quartal legten die Software-Lizenzerlöse weltweit um fast ein Drittel zu, einschließlich der Wartungserlöse setzten die Walldorfer im zurückliegenden Vierteljahr mit knapp 2,7 Milliarden Euro 18 Prozent mehr um als vor Jahresfrist. Im Gesamtjahr 2011 dürften die Erlöse aus dem Verkauf von Software- und Serviceverträgen erstmals in der knapp 40-jährigen Firmengeschichte bei mehr als elf Milliarden Euro landen. Nach neun Monaten belaufen sich diese Einnahmen auf den Rekordwert von 7,6 Milliarden.

Die gute Nachfrage nach neuer Software vor allem aus Amerika sowie aus dem Asien-Pazifik-Raum hievte auch den Gewinn nach oben. Per Ende September stieg der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn um ein Viertel auf 2,9 Milliarden Euro, allein im dritten Quartal verdiente der Walldorfer Konzern 1,1 Milliarden Euro.

Auch die Rentabilität habe sich verbessert, sagte Finanzvorstand Brandt, der in den nächsten Jahren mit einem Anstieg der operativen Marge auf 35 Prozent näher an die profitableren US-Konkurrenten heranrücken will. Im dritten Quartal verbuchte SAP eine um Sondereffekte wie Währungseinflüsse, Akquisitionskosten und Aktienoptionsprogramme bereinigte operative Marge von 33,2 Prozent, drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Auch an der Börse ging es für den Weltmarktführer für Firmensoftware weiter aufwärts: Die im deutschen Leitindex Dax  gelisteten Aktien von SAP (Kurswerte anzeigen) verteuerten sich um knapp 2 Prozent. SAP hatte die Anleger bereits zur Monatsmitte mit seinen vorläufigen Geschäftszahlen zu Aktienkäufen veranlasst, diese Daten bestätigte der Konzern am Mittwoch nochmals. SAP werde weiterhin den Ankauf eigener Aktien prüfen, kündigte Brandt an, der über liquide Mittel von nahezu fünf Milliarden Euro verfügen kann.

wed/rtr
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